Mädchen vergisst Tampon neun Tage lang und stirbt beinahe

Emily hatte einen Tampon vergessen und vergiftete sich.
Emily hatte einen Tampon vergessen und vergiftete sich.

Von Matthias Kernstock

England - Emily Pankhurst (20) aus Maidstone (England) trug neun Tage lang einen Tampon in sich. Als sie ihn entfernte, war er pechschwarz - und Emily todkrank!

Emily hatte im Januar viele Pürfungen, war im Dauerstress. Sie hatte den Tampon einfach vergessen. Nachdem die 20-jährige Kriminologie-Studentin die Tagesbinde nach über einer Woche entdeckte und sofort ins Klo warf, begann ein furchtbarer Leidensweg.

"Eine halbe Stunde später bekam ich rote Flecken überall auf meiner Haut", erinnert sich Emily. Danach fühlte sich die 20-Jährige schwach, brach schließlich zusammen. Mit Blaulicht kam sie ins Krankenhaus. Schon im Krankenwagen hatte der Notarzt einen Verdacht: Blutvergiftung!

Emily kam sofort auf die Intensivstation, ihr Zustand war kritisch. "Ich hab unglaubliche Schmerzen gehabt, ich bekam sogar Morphin" (äußerst starkes Schmerzmittel). Die Studentin wurde mit zwölf verschiedenen Antibiotika behandelt und bekam Infusionen. Nach drei Tagen durfte sie die Intensivstation wieder verlassen. Doch gesund ist die Studentin immer noch nicht.

"Auch nach einer Woche fühle ich mich noch krank", sagt sie dem "Mirror". Jetzt kann sie nicht mehr regelmäßig an ihre Uni, das Laufen fällt ihr schwer. Die gute Nachricht: Emily wird wieder gesund werden.

Es hätte auch schlimmer enden können: Letztes Jahr starb die 13-jähirge Engländerin Jemma-Louise Roberts, nachdem sie einen Tampon zu lange getragen hatte und sich dadurch vergiftete.

Emily musste drei Tage auf der Intensivstation überwacht werden.
Emily musste drei Tage auf der Intensivstation überwacht werden.

Kann ein Tampon lebensgefährlich werden?

Ja! Erste Erkenntnisse liegen noch gar nicht so lange zurück: In den 80er Jahren traten bei jungen Mädchen, die Tampons verwendeten, allgemeine Symptome einer Sepsis oder Blutvergiftung auf: TSS - "toxisches Schock-Syndrom", ein ganzer Komplex an Symptomen.

Bei diesem Infektionssyndrom wird der Körper durch ein bestimmtes Bakterium, dem Staphylococcus aureus, und den vom Bakterium produzierten Giften befallen.

Als Eintrittspforten fungieren nicht nur die Scheide oder die Gebärmutter bei der Benutzung von Tampons, sondern - wie man heutzutage weiß - auch Hautwunden, Verbrennungen, Insektenstiche oder Wunden durch Operationen.

Mehr als die Hälfte des TSS tritt bei Frauen während der Periode und bei gleichzeitigem Gebrauch von Tampons auf. Mehr Infos zur Behandlung und den Vorbeugemaßnahmen bei "Netdoktor".

Fotos: facebook.com, twitter.com


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