Ausgebooteter DFB-Spieler Emre Can sauer über erneute Nicht-Nominierung!

Turin (Italien) - Seine Enttäuschung darüber konnte er nicht verbergen: Emre Can (25) wurde von Bundestrainer Joachim Löw erneut nicht ins Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft berufen.

Durfte bei Juventus Turin in dieser Saison schon vier eigenen Tore bejubeln: Emre Can (oben).
Durfte bei Juventus Turin in dieser Saison schon vier eigenen Tore bejubeln: Emre Can (oben).  © DPA

Der Sport Bild sagte der 25-Jährige auf die Frage, ob er seinen Leistungen von Löw entsprechend gewürdigt sieht: "Ich lasse das mal unkommentiert, andere sollen das beurteilen. Ich stelle aber fest: Im Ausland werden meine Leistungen sicherlich anders beurteilt als in Deutschland."

Denn obwohl Can nach der ersten Liga-Niederlage von Juventus Turin am Wochenende beim FC Genua (0:2) kritisiert wurde, befindet er sich in bestechender Form und kam bereits 28 Mal in dieser Saison für Juve zum Einsatz, schoss dabei als defensiver Mittelfeldspieler vier Tore und bereitete einen weiteren Treffer direkt vor.

Mit seiner Zweikampfhärte, seiner Spielübersicht und seinen Leader-Qualitäten ist der 21-fache deutsche Nationalspieler ein wichtiger Akteur für Trainer Massimiliano Allegri.

Ganz anders ist sein Standing offenbar bei Löw, der Can schon für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland nicht nominierte.

Das hingegen war durchaus nachvollziehbar, weil der gebürtige Frankfurter zuvor monatelang verletzungsbedingt ausgefallen war und erst im legendären Champions-League-Finale wieder für seinen damaligen Club FC Liverpool auflief.

Emre Can (25).
Emre Can (25).  © DPA

Can sagte dazu gegenüber Sportbild: "Da ich im Champions-League-Finale noch zum Einsatz kam, hoffte ich natürlich bis zuletzt. Wenn man im Vorfeld aber ein paar Monate ausgefallen war, muss man die Entscheidung akzeptieren. Allerdings war ich schon enttäuscht, dass niemand aus dem Trainerstab in dieser Zeit bei mir angerufen hat oder mal die Frage kam: ,Wie geht es Dir?‘ Nur die DFB-Ärzte haben sich nach mir erkundigt."

Das wirft auch ein schlechtes Licht auf den DFB. Die wiederkehrende Unruhe in den vergangenen Wochen und Monaten lag häufig auch an einer mangelhaften Strategie und Kommunikation des Deutschen Fußball-Bundes.

Cans aktuelle Aussage verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Doch der präsente Mittelfeldspieler gibt seine Hoffnung auf ein DFB-Comeback noch lange nicht auf: "Mein Anspruch bleibt weiterhin, Stammspieler in der Nationalmannschaft und Leistungsträger zu sein."

Denn er musste früh lernen, sich seinen Weg zu erkämpfen: Über die Jugendstationen SV Blau-Gelb Frankfurt (2000-2006) und Eintracht Frankfurt (2006-2009) wechselte Can in die U17 des FC Bayern München und schaffte es beim Deutschen Rekordmeister bis in die Profimannschaft, konnte sich dort aber nicht durchsetzen und wurde deshalb im Sommer 2013 für nur fünf Millionen Euro Ablöse an Bayer 04 Leverkusen abgegeben.

Dort zeigte er so gute Leistungen, dass ihn Liverpool-Coach Jürgen Klopp ein Jahr später für zwölf Millionen Euro verpflichtete. Im vergangenen Sommer verlängerte Can seinen Vertrag nicht und wechselte ablösefrei zu Juve, wo er sich immer mehr zum Leistungsträger entwickelt.

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