Endlich Hoffnung für Dresdens baufälligste Grundschule

Schulleiter Uwe Schmidt (58) zeigt die denkmalgeschützten Geländer. Sie sollen erhalten bleiben, Scheiben als Schutz eingezogen werden.
Schulleiter Uwe Schmidt (58) zeigt die denkmalgeschützten Geländer. Sie sollen erhalten bleiben, Scheiben als Schutz eingezogen werden.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Blanker Beton prangt an den Decken, Lampen sind durch Drähte gesichert, Fenster undicht: Wie nötig die Sanierung an der 49. Grundschule in Plauen ist, sehen selbst Laien auf den ersten Blick.

Jetzt sprach Schuldirektor Uwe Schmidt (58) über die Zustände im Stadtrat - und konnte sich über einen Teilerfolg freuen.

„Unsere denkmalgeschützte 49. Grundschule vom Typ ,Dresden Atrium‘ ist die letzte ihrer Art in Originalzustand“, sagt Direktor Schmidt mit leichtem Stolz. Allerdings sei der Zustand katastrophal: Im gesamten Gebäude wurde der Deckenputz rausgerissen, nachdem ein großes Stück unkontrolliert auf den Boden gefallen war.

„Wir wünschen uns zukunftsträchtige Beschlüsse und eine Sanierung der Schule“, so Schmidt. Seit dem Bau im Jahr 1968 ist nichts passiert. Nur einige Notausgänge wurden angebaut.

Vom Schultyp „Dresden Atrium“ wurde nicht nur die 49. Grundschule gebaut, sondern rund 100 Schulen in ganz Sachsen. Die 49. ist die einzige in Originalzustand.
Vom Schultyp „Dresden Atrium“ wurde nicht nur die 49. Grundschule gebaut, sondern rund 100 Schulen in ganz Sachsen. Die 49. ist die einzige in Originalzustand.

Die Eltern der 410 Schüler können jetzt mit einer Sanierung in drei Etappen rechnen. Die im Anschluss an Schmidts Rede beschlossene Vorlage der Stadtverwaltung sieht zum Glück die Teilsanierung vor. Zuerst sollen ab Sommer die Decken eingebaut werden. Dafür müssen die Schüler in ein Ausweichquartier.

„Das ist eine klare Aussage. Das gibt uns Planungssicherheit und freut auch die Eltern“, sagte Schmidt gestern nach der Entscheidung erleichtert. Ein Problem mit der Schulpolitik hat er dennoch. „Ich denke, die Grundschulen wurden gegenüber neuen Gymnasien über Jahre vernachlässigt.“

Auch Dresdens Schulbürgermeister Peter Lames (52, SPD) räumte ein: „Aktuell hat der Neubau von Schulen gegenüber Sanierungen höhere Priorität.“

An diesen Schulen wird auch gebaut

Alle Zimmer, Flure und Treppenhäuser in der 49. Grundschule in Dresden- Plauen haben kahle Decken.
Alle Zimmer, Flure und Treppenhäuser in der 49. Grundschule in Dresden- Plauen haben kahle Decken.

Die Stadt investiert massiv in Schulen, dennoch hat sich ein erheblicher Sanierungsstau gebildet. Die Folgen sind Schulen, die kurz vor der Schließung stehen.

„Für die nächsten fünf Jahre sind 490 Millionen Euro für Schulbauten vorgesehen“, erklärte jetzt Schulbürgermeister Peter Lames (52, SPD) im Stadtrat. Aktuell laufen unter anderem die Bauarbeiten für Schulen an der Gehestraße in Pieschen und am ehemaligen Straßenbahnhof in Tolkewitz (MOPO berichtete).

Gestoppt wurde vorerst der zügige Bau eines Gymnasiums in Prohlis. Rot-Rot-Grün (RRG) will die Stadtverwaltung zunächst prüfen lassen, wie ein gymnasialer Standort in Prohlis umgesetzt werden könnte. Damit hält sich RRG den Bau eines beruflichen Gymnasiums offen. Auch der Standort ist weiter unklar, da der geplante Standort Boxberger Straße 1 momentan als Asylunterkunft genutzt wird.

Ebenfalls beschlossene Sache: Die 103. Grundschule „Unterm Regenbogen“ in der Äußeren Neustadt bekommt eine neue Sporthalle und eine aufgehübschte Außenanlage.

Schäbig! In den Klassenzimmern hängen Lampen, die durch Drahtseile zusätzlich vor dem Absturz gesichert werden müssen.
Schäbig! In den Klassenzimmern hängen Lampen, die durch Drahtseile zusätzlich vor dem Absturz gesichert werden müssen.

Fotos: Holm Helis, Ove Landgraf


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