Rassismus in Liga Drei: Cottbuser Matuwila weint nach widerlichen Rufen!

Cottbus/Großaspach - Nach einem torlosen Unentschieden schöpfen die Spieler von Energie Cottbus wieder Hoffnung im harten Abstiegskampf. Trotz des Punktgewinns beschäftigt die Cottbuser ein ganz anderes scheußliches Thema.

Claus-Dieter Wollitz (l.) zeigt sich nach der Partie enttäuscht. Jose-Junior Matuwila (r.) spielt seit fast drei Jahren für Energie Cottbus.
Claus-Dieter Wollitz (l.) zeigt sich nach der Partie enttäuscht. Jose-Junior Matuwila (r.) spielt seit fast drei Jahren für Energie Cottbus.  © DPA

Claus-Dieter Wollitz betrat mit enttäuschter Mimik den Presseraum des Großaspacher Stadions. Nach kurzem Statement zum Spiel erklärt er, warum der Fußball-Lehrer nach dem Punktgewinn so traurig war.

"Ich finde es sehr schade, dass ein Spieler von uns rassistisch beleidigt worden ist. Das gehört sich nicht – nirgendwo."

Der Vorwurf: Während des Spiels soll Energies José-Junior Matuwila aus dem Großaspacher Fanblock rassistisch beleidigt worden sein.

Ein harter, widerlicher Vorfall, der seine Folgen hat, wie der Cottbuser Trainer erzählt: "Ich finde es schade, dass unser Spieler jetzt in der Kabine sitzt und weint, weil er sehr sensibel ist."

Dieser schockierende Vorfall führt zu Großaspacher Erklärungsnot. In einer offiziellen Stellungnahme erklärt der Verein:

"Die SG Sonnenhof Großaspach steht gerade als Dorfklub für Offenheit, Vielfalt und Toleranz. Hierfür stehen Verantwortliche, Spieler, Mitglieder und Fans und leben die familiären Werte des Vereins. Vielmehr sind die SG-Fans in Deutschland als kreativ, humorvoll und große Unterstützer ihres Vereins bekannt."

Jose-Junior Matuwila (r.) wurde beim Spiel in Großaspach rassistisch beleidigt.
Jose-Junior Matuwila (r.) wurde beim Spiel in Großaspach rassistisch beleidigt.  © DPA

Trotzdem sollen die Täter/der Täter, dieser unnötigen Äußerungen gefasst werden.

Vorstandsvorsitzender Andreas Benignus berichtet: "Wir haben direkt nach den Aussagen von Herrn Wollitz bei der Pressekonferenz den Sicherheitsdienst sowie die Polizei verständigt und werden natürlich auch als Verein einen möglichen Vorfall konsequent prüfen und die Ermittlungen hierzu jederzeit unterstützen."

Außerdem ergänzte er: "Äußerungen dieser Art haben bei der SG Sonnenhof Großaspach seit jeher keinen Platz, Personen, die diese versprühen erst recht nicht und sind kein Teil der SG-Familie. Hier gibt es kein Pardon - falls etwas vorgefallen sein sollte, werden wir als Verein mit aller Konsequenz reagieren."

Auf Nachfrage der Lausitzer Rundschau reagierte Stefan Scharfenberg, Vereinssprecher, gefasst: "Es war richtig und wichtig, dass der Vorfall angesprochen wurde. Rassistische Äußerungen sind menschenverachtend und haben weder im Fußballstadion noch anderswo etwas zu suchen. Weitere Schritte sind unsererseits aber nicht angedacht."

Ob der DFB nun Ermittlungen einleitet, ist noch nicht bekannt. Der SG Sonnenhof Großaspach droht eine Geldstrafe. Für Energie Cottbus wird in den kommenden Tagen wichtig sein, die Vorfälle zu verarbeiten und die Sinne für den harten Abstiegskampf zu schärfen. Am kommenden Samstag kommt Preußen Münster ins Stadion der Freundschaft.

Titelfoto: DPA


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