Mutter schneidet sich beim Rasieren, Monate später verliert sie ihr Bein

Nottingham (England) - Als sich Tanya Czernozukow (43) beim Rasieren schnitt, ahnte sich noch nicht, was für schreckliche Folgen es haben wird.

Tanya Czernozukow verlor nach dem Rasieren ihr eines Bein.
Tanya Czernozukow verlor nach dem Rasieren ihr eines Bein.  © facebook/Tanya Czernozukow, 123rf

Wie wohl jede Frau, hatte sich die Engländerin nicht zum ersten Mal bei der Haarentfernung verletzt. Deswegen machte sie sich keine großen Sorgen, als sich auf dem Schnitt eine münzgroße Kruste bildete.

Doch nach nur sechs Monaten verdreifachte sich die Größe der Verletzung plötzlich, bis schließlich ein "riesiges Loch" auf ihrem Bein klaffte. "Innerhalb weniger Wochen wurde es grün und schwarz", erinnert sich die 43-Jährige. Sie hatte höllische Schmerzen.

"Ich musste immer mehr Schmerzmittel nehmen. Es war ein ständiges Gefühl von Tausenden von Nadeln, die mich stachen". Zudem sonderte die große Wunde jede Menge Flüssigkeit ab. Um irgendwie im Alltag mithalten zu können, steckte Tanya einfach in eine Plastiktüte. "Ich fühlte mich wie in einem Horrorfilm", erklärt die Engländerin.

Irgendwann befürchtete sie, dass sie sich vielleicht mit fleischfressenden Bakterien infiziert haben könnte. "Es wuchs einfach immer weiter und wuchs und wuchs." Doch trotz der schrecklichen Umstände wehrte sich die 43-Jährige dagegen, in ein Krankenhaus zu gehen.

Doch eine Woche später wurde die Schmerzen so stark, dass Tanja gezwungenermaßen in die Notaufnahme musste. Anschließend diagnostizierten die Ärzte bei ihr laut Metro einen "Ulcus cruris", also ein Geschwür am Unterschenkel, was sich zu einer Gangrän (Wundbrand) entwickelt hatte. Zunächst bekam sie nur starke Antibiotika.

Neben den Horror-Schmerzen, musste die Engländerin auch ihren Job als Verkäuferin aufgeben. Dreimal unterzog sie sich im Laufe von 18 Monate im Krankenhaus mehreren Behandlungen, wie zum Beispiel auch einer sogenannten Bio-Therapie. Dabei werden medizinische Maden auf die Wunde gesetzt, die das tote Gewebe fressen und dadurch den Bereich säubern. "24 Stunden lang habe ich vor Qualen geschrieen", erklärt Tanya. Die Maden-Behandlung blieb ohne Erfolg.

"Irgendwann betraf es dann mein ganzes Bein. Es war einfach zu spät." Die 43-Jährige musste eine grausame Entscheidung treffen: Nach über einem Jahr, in dem man mit allen Mitteln versucht hatte, die Infektion aufzuhalten, blieb nichts anderes übrig, als Tanyas Bein über dem Knie zu amputieren.

Mit diesem heftigen Schritt veränderte sich ihr Leben zwar für immer, doch sie war nicht mehr in Gefahr selbiges zu verlieren. Jetzt versucht sie nach Monaten der Reha, in der sie sitzen und gehen am Stock lernen musste, wieder in den normalen Alltag zurückzufinden. Derzeit wartet die Engländerin auf ein Behinderten-Auto und will sich anschließend um eine Prothese bemühen. "Ich möchte wieder arbeiten gehen", hofft sie.

Titelfoto: facebook/Tanya Czernozukow, 123rf