Comedy-Star Enissa Amani übel bedroht: "Verreck', Du Hure!"

Köln - Enissa Amani (38) ist eine der bekanntesten deutschen Comedians. Weil sich die gebürtige Iranerin oft politisch äußert, wird sie auch angefeindet. Doch wie ein Instagram-User die Komikerin jetzt nach ihren Aussagen über die tödliche Schießerei in Hanau verbal angegriffen hat, nimmt eine neue Stufe des Shitstorms an.

Enissa Amani (38) wurde nach Äußerungen zum Hanau-Terrroakt via Social Media beschimpft.
Enissa Amani (38) wurde nach Äußerungen zum Hanau-Terrroakt via Social Media beschimpft.  © imago images/Future Image

Am Mittwochabend hatte der Sportschütze Tobias R. (43) neun fremde Menschen mit Migrationshintergrund und später seine Mutter (†72) und sich selbst im hessischen Hanau erschossen (TAG24 berichtete). Das Motiv war wahrscheinlich Fremdenhass.

In einem auf ihrem Instagram-Account veröffentlichten Interview sagte Enissa Amani über die Tat: "Wenn du glaubst, du musst Menschen töten für das, was du denkst, dann ist das nichts für mich. Für meine Spiritualität ist das etwas unglaublich Teuflisches und Böses."

Dies sei unabhängig davon, ob es sich um einen "rechtsradikalen Wahnsinnigen oder einen politischen Wahnsinnigen" handele, egal ob er einer Religion angehöre oder nicht.

Derartiger Terror müsse bekämpft werden, so die Kölnerin, die auch die Öffentlichkeit in die Pflicht nimmt. "Ich bin auch wütend auf die Presse und Politik, weil sie auf Rechts nicht so gucken wie auf islamistischen Terror."

Für sie sei wichtig, dass "auf beide Seiten gleichstark" geschaut werde. "Es ist mir scheißegal, von welcher Seite Terrorismus kommt." Zudem müsse auf derartige Radikalität, wie zuletzt in Hanau, von den Betroffenen und Gleichdenkenden friedlich geantwortet werden.

"Er hat mir heftige, sexuelle Drohungen geschrieben!"

Ein User bedrohte die Enissa Amani.
Ein User bedrohte die Enissa Amani.  © Instagram/enissa_amani

Bislang sei die gebürtige Iranerin, die laut eigenen Aussagen keiner Religion angehört, ausschließlich in Talkshows eingeladen wurde, um über Islamismus und die Gefahren aus dem Islam zu sprechen, was ihr ebenfalls bitter aufstoße,

"Ich denke, dass zurzeit eine große Angstmache herrscht, weil es 50.000 Talkshows zum Thema Islamismus gibt, aber nicht 50.000 zum Thema Rechtsradikalität. Dann sitzt einer, der leicht manipulierbar ist und ein krankes Gemüt hat, zu Hause und denkt, er tut was Gutes, wenn er einen 'bösen' Menschen umbringt", so die 38-Jährige.

"Wenn du den Leuten immer nur Angst machst und ihnen nichts erklärst, wird es immer einen Verrückten geben, der diese Angst nutzt, um mit einem Gewaltverbrechen zu reagieren", ist sie sich sicher.

Sie und ihr Team mussten schon Comedy-Shows absagen, weil im Vorfeld Morddrohungen eingegangen seien (TAG24 berichtete).

Auf ihre klare Meinung zur Hanau-Tat gab es zwar überwiegend, aber nicht nur positive Reaktionen. Auf Instagram bekam sie mehrere Hass-Nachrichten eines Mannes, bei denen sie sich gezwungen sah, diese zu veröffentlichen.

Amani ist über Shitstorms nicht mehr wütend, "nur traurig und manchmal ängstlich. Er hat mir weiter oben noch ein paar heftige, sexuelle Drohungen geschrieben, die ich nicht posten möchte." Sie verstehe nicht, wie man so voller Hass sein kann. "Für mich ist es unerklärlich und aus jeder Nacht muss doch mal Tag werden oder nicht?"

Enissa Amani wurde 1981 in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren und kam 1985 mit ihren sozialistisch eingestellten Eltern, die im Heimatland verfolgt wurden, nach Frankfurt am Main. Später zog sie nach Köln. 2015 gewann sie den "Deutschen Comedypreis" als bester Newcomer, im gleichen Jahr wurde sie bei "Let's Dance" Vierte.

Ein Jahr später folgte ihre eigene Late-Night-Show "Studio Amani mit acht Folgen auf Pro7.

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