Enkeltrick-Marathon in Leipzig: Drei Fälle an einem Tag!

Am Donnerstag meldeten sich mehre Senioren nach Enkeltrick-Anrufen bei der Leipziger Polizei.
Am Donnerstag meldeten sich mehre Senioren nach Enkeltrick-Anrufen bei der Leipziger Polizei.  © dpa (Symbolbild)

Leipzig - Die Enkeltrick-Masche beschäftigt weiter die Polizei. Am Donnerstag zählten die Leipziger Beamten gleich drei Fälle, in denen Trickdiebe per Anruf an Geld gelangen wollten.

Im ersten Fall meldete sich eine 75-Jährige bei der Polizei, die von einem vermeintlichen Gerichtsvollzieher namens Stolz angerufen worden war.

Dieser erzählte der Dame, dass sie bei einem Glücksspiel teilgenommen hätte und nun 5800 Euro bezahlen müsse. Andernfalls würde ihre Wohnung gepfändet, so der Anrufer.

Der vermeintliche Gerichtsvollzieher erzählte der Frau, dass der Fall bereits beim Amtsgericht Stuttgart liege und ein Anwalt Unterlagen zum Strafverfahren und ein Tonbandmitschnitt hätte. Bei ihren Ermittlungen fanden die Beamten heraus, dass der Gerichtsvollzieher "Stolz" nur erfunden war und auch dem Amtsgericht Stuttgart kein solcher Fall vorliegt.

An anderer Stelle verhinderte eine aufmerksame Sparkassen-Mitarbeiterin einen dreisten Trickbetrug per Telefon. Eine 82-Jährige war in die Filiale gekommen, um einen fünfstelligen Betrag abzuheben. Die Seniorin erzählte der Mitarbeiterin, dass sie am Vormittag einen Anruf von ihrem "Neffe" erhalten hätte, der das Geld für eine Haussanierung benötigte. Die Mitarbeiterin wurde misstrauisch und verständigte die Polizei, anstatt der Frau das Geld auszuzahlen.

Die Beamten besuchten die 82-Jährige zuhause und riefen einen nahen Verwandten des angeblichen Neffen an. Dieser stellte klar, dass niemand aus der Verwandtschaft Geld von der angerufenen Seniorin brauche. Noch während dieses klärenden Gesprächs, rief der vermeintliche Neffe erneut an. Doch als er vom Polizeibesuch erfuhr, wollte er plötzlich kein Geld mehr und legte auf. Nach Angaben der Leipziger Polizei sprach der Anrufer Hochdeutsch ohne Akzent und war schätzungsweise zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Den dritten Anruf des Tages erhielt ein älteres Ehepaar am Nachmittag. Die 77-jährige Frau glaubte, die Stimme ihres Neffen erkannt zu haben und gab den Hörer an ihren Mann weiter. Der Anrufer erzählte dem 80-Jährigen, dass er in einer Notlage sei und sich gerade in Erfurt bei einem Anwalt befände. Es ginge um eine Eigentumswohnung, für die er noch 8000 Euro bräuchte. Der 80-Jährige erkannte die Stimme seines Neffen nicht und wurde misstrauisch. Er sagte dem Anrufer, er solle abends noch einmal anrufen. Dieser legte auf und meldete sich nicht wieder.

In allen drei Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen Betrugs.


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