Er brachte Kochen ins TV: Alfred Biolek wird 85 Jahre alt

Köln – An diesem Mittwoch feiert Alfred Biolek seinen 85. Geburtstag in Köln und blickt zurück auf ein ereignisreiches Leben. Vor 25 Jahren machte er mit seiner Fernsehreihe "alfredissimo!" die Kochsendung in Deutschland bekannt.

Essen und Kochen spielten eine wichtige Rolle im Leben des Alfred Biolek (Archivbild).
Essen und Kochen spielten eine wichtige Rolle im Leben des Alfred Biolek (Archivbild).  © DPA

Nein, einen Wunsch zu seinem 85. Geburtstag an diesem Mittwoch hat er nicht mehr.

"In diesem Alter ist man jetzt relaxt", sagt er. "Es ist soviel passiert in meinem Leben. Die vielen Sendungen - und wie ich gelebt habe. Sehr viel extrovertierter als heute. Es war alles anders."

Es gehe ihm gut, sagt er, während er in seinem Kölner Stammrestaurant "Acht" an einem Milchkaffee nippt. Trotz aller gesundheitlichen Einschränkungen, die durchaus da sind.

Seinen 85. will er klein feiern, mit zehn Freunden auf der Terrasse seiner Wohnung. Das Essen lässt er kommen.

"Das Thema Essen und Kochen war ja ganz groß in meinem Leben, mit den Kochshows, die ich gemacht habe. Aber seit ich 80 bin, ist das alles zurückgegangen. Ich koche ja selbst auch nicht mehr.

Aber wenn jemand bei ihm koche, dann helfe er: "Ich schneide die Zwiebeln."

Biolek blickt auf lange TV-Karriere zurück

Alfred Biolek (85) war seit den 1970er Jahren als TV-Koch und Entertainer aktiv.
Alfred Biolek (85) war seit den 1970er Jahren als TV-Koch und Entertainer aktiv.  © DPA

Der "Grandseigneur" des deutschen Fernsehens kam 1970 über die Redaktion der "Drehscheibe" zum WDR nach Köln und entwickelte dort mit Rudi Carrell die Samstagabendshow "Am laufenden Band", die erfolgreichste Sendung der 70er Jahre.

Parallel dazu sammelte er im "Kölner Treff" erste Moderationserfahrung und bekam 1978 seine eigene Sendung, "Bio's Bahnhof".

Danach war er im deutschen Fernsehen 30 Jahre ständig präsent. Er war eine eigene Marke mit drei Buchstaben: Bio. Seine Ära endete erst 2007 mit der letzten Folge der Kochsendung "Alfredissimo".

Lange war Biolek ein fester Bestandteil der Berliner Gesellschaft. Wenn er eines seiner rauschenden Feste gab, kamen alle: der Regierende Bürgermeister, der Ex-Kanzler, der Bundespräsident.

Doch dann veränderte sich sein Leben von einem Tag auf den anderen: 2010 stürzte er auf der Treppe, zog sich Kopfverletzungen zu und fiel ins Koma. Danach war sein Gedächtnis weg. Erst beim Lesen seiner Autobiografie kehrte die Erinnerung zurück.

Biolek verbringt den Lebensabend in Köln

Biolek hat keine Angst vor dem Tod.
Biolek hat keine Angst vor dem Tod.  © DPA

In der Reha fiel ihm das Gedicht «Stufen» von Hermann Hesse ein: "Nimm Abschied und gesunde!"

Biolek: "Mir ist klar geworden, dass ich eine neue Stufe gehen musste. Ich musste von Berlin nach Köln zurückgehen."

Denn ihm war aufgefallen, dass er in Berlin zwar viele Bekannte hatte, seine richtigen Freunde aber überwiegend in Köln wohnen. Allen voran kümmert sich heute sein Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie um ihn.

Angst vor dem Tod hat Biolek nicht, und er kann auch genau sagen, warum: "Ich habe keine Vorstellung davon, was nach dem Tod passiert, aber ich bin ganz offen, und mit der Haltung werde ich auch das ertragen."

Bisher sei das Leben gut zu ihm gewesen, warum sollte sich das zum Schluss plötzlich ändern?

Titelfoto: DPA


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