Hat Sachsens Justiz hier gerade einen Sextäter freigesprochen?

 Das Gericht sprach Arsenio M. (22) wegen begründeter Zweifel frei.
Das Gericht sprach Arsenio M. (22) wegen begründeter Zweifel frei.  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Weinend bricht Marie S. (19) im Gerichtssaal zusammen. Die junge Frau ist in einer Januar-Nacht am Nischel von drei Männern belästigt und begrapscht worden. Erwischt hat die Polizei alle drei mutmaßlichen Peiniger. Doch bestraft wurde keiner.

In dieser Nacht wollte Marie aus der Musikkneipe "Flowpo“ nach Hause. "Ich saß noch am Karl-Marx-Kopf und habe mir eine Zigarette gedreht“, erzählt sie weinend. "Dann ging alles ganz schnell.“ Ein Mann packte sein Opfer von hinten, hielt es fest. "Ein anderer Mann stand vor mir, fasste mir an die Brust und zwischen die Beine.“ Marie trat um sich, lief weg.

Die Polizei fasste die drei Mosambikaner wenig später in der Leipziger Straße. Doch auf der Anklagebank landete gestern nur Arsenio M. (22). Die anderen beiden wurden bereits abgeschoben oder waren nicht mehr auffindbar. 

Das Gericht sprach den Studenten frei - wegen begründeter Zweifel. Richterin Cornelia Schönfelder (54): "Es ist zu einem Übergriff gekommen, aber nicht mehr zweifelsfrei feststellbar, wer wie gehandelt hat.“

"Das ist wie ein Schlag ins Gesicht“, schimpft Maries Papa Hendrik G. (46), der nach dem Prozess aufgeregt zwischen Staatsanwältin und Richterin hin- und herlief. "Ein Freifahrtsschein für alle Sexualstraftäter.“

Opfer Marie S. (19) brach im Gerichtssaal weinend zusammen.
Opfer Marie S. (19) brach im Gerichtssaal weinend zusammen.  © Doreen Grasselt

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