Das sind Dresdens wärmste und kühlste Ecken

Die kalte Luft aus dem Hochland macht es möglich: Hosterwitz ist im Hochsommer einer der kühlsten Orte in der Stadt.
Die kalte Luft aus dem Hochland macht es möglich: Hosterwitz ist im Hochsommer einer der kühlsten Orte in der Stadt.

Von Dirk Hein

Dresden - Der Sommer 2015 hat gerade erst Fahrt aufgenommen, doch Dresden hat schon drei (normal ist eine im Jahr) Tropennächte hinter sich.

Um die Stadt in extrem heißen Nächten besser zu kühlen, tüftelt das Umweltamt an neuen „Klimaanlagen“ für die Stadt.

Gleich drei Nächte waren zuletzt tropisch warm, das Thermometer sackte nicht unter 20 Grad. Am 3. Juli schwitzte die Neustadt um 20.30 Uhr bei 31,5 Grad!

„Nach Sonnenuntergang geben Hauswände und Mauern allmählich Wärme ab. Je dichter die Bebauung, desto länger dauert das nächtliche Abkühlen. Jede Baulücke, jeder Grünstreifen sorgt dagegen für Abkühlung“, sagt Umweltamtschef Christian Korndörfer (59).

Der Beweis: Am Pirnaischen Platz betrug die Temperatur 1,5 Grad weniger als in der Neustadt und am Neumarkt - dank des breiten Grünstreifens auf der St.-Petersburger-Straße.

Im Großen Garten lag die Temperatur sogar um 4,5 Grad tiefer. In Hosterwitz wurden sogar nur 25,2 Grad gemessen.

Zusätzliche Abkühlung bringen in der Stadt nur noch die natürlichen „Klimaanlagen“ - so genannte Kaltluftschneisen.

Messungen entlang des Prießnitzkaltluftstroms ergaben eine Temperaturdifferenz von fünf Grad im Vergleich zur Neustadt.

Auch andere Stadtteile profitieren von den Kaltluftzuflüssen. Die im Hochland gebildete kühle Luft fließt Richtung Elbe. Plauen und Löbtau werden durch den Weißeritz-Kaltluftstrom versorgt, Strehlen über den Kaitzgrund.

Umweltamtschef Korndörfer will diese Kaltluftschneisen ausbauen: „Wie an der Weißeritz, wo die ursprünglichen Bahnanlagen abgerissen und begrünt wurden, sollen weitere Grünzüge entstehen.“

In der Neustadt stehen die Häuser eng an eng: In einer Tropennacht kühlt sich das Szeneviertel daher kaum ab.
In der Neustadt stehen die Häuser eng an eng: In einer Tropennacht kühlt sich das Szeneviertel daher kaum ab.
Umweltamtschef Christian Korndörfer (59) wacht auch über das Klima in der Stadt.
Umweltamtschef Christian Korndörfer (59) wacht auch über das Klima in der Stadt.

Fotos: imago, Thomas Türpe


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