Er wollte Sexgeister vertreiben: Mann zündet eigenes Haus an

Ein psychisch Kranker fackelte sein eigenes Haus ab, weil er Stimmen vertreiben wollte.
Ein psychisch Kranker fackelte sein eigenes Haus ab, weil er Stimmen vertreiben wollte.  © 123RF

Detmold/Blomberg - Die psychische Erkrankung eines 40-jährigen Tischlers aus Blomberg-Großenmarpe trieb ihn so weit, dass er sein eigenes Haus anzündete!

Dafür musste sich der Mann vorm Landgericht Detmold verantworten. Laut Anklage soll er am Nachmittag des 1. Oktober 2016 im Wohnzimmer und Anbau des Anwesens Feuer gelegt haben.

Sein Ziel: Das Haus von seiner Frau und sich abfackeln! "Mit brennenden Küchentüchern habe ich die Gebäude angezündet. Der Brand sollte die Sexgeister und Stimmen vertreiben", sagte der Angeklagte vor Gericht aus.

Das Feuer griff im Wohnhaus schließlich auf Wände, Türen und Türzargen über. Rauchgase und Rußabschlag machten das Gebäude am Ende unbewohnbar. Auch der Dachstuhl fing damals Feuer.

Vor Gericht kamen die ganzen furchtbaren Details raus. So soll der Angeklagte laut Lippischer Landeszeitung immer wieder von Fantasien geplagt worden sein, seine Frau würde mit fremden Männern Sex haben.

Zudem erzählte er davon, dass er Stimmen gehört hatte und dass er sich von Geistern verfolgt fühlte. Genau die trieben ihn letztendlich auch zu der schrecklichen Tat: Um die Stimmen zu vertreiben, zündete er das Haus an.

"Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten", gab der 40-Jährige zu. Zwei Tage vor der Brandstiftung wurde er von seiner Frau verlassen. Durch die Einsamkeit wurden die Stimmen immer schlimmer.

"Ich wollte das nicht", bereut der Angeklagte heute seine Tat. Seit Oktober sitzt er bereits in der Psychiatrie ein. Seine Krankheit wird dort erfolgreich behandelt. Zu seiner Familie darf er trotzdem noch nicht zurück, entschied das Gericht.

"Sie sind noch nicht soweit", urteilte Richter Karsten Niemeyer. Obwohl er schuldunfähig sei, habe der 40-Jährige eine schwere Straftat begangen. Erst nach und nach soll er sich wieder in die Gesellschaft eingliedern.

Titelfoto: 123RF


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