Der Moschee-Bomber von Dresden plante schon den nächsten Anschlag!

Am Tag nach dem Anschlag beteten Muslime und Politiker gemeinsam auf einer Mahnwache vor der Moschee.
Am Tag nach dem Anschlag beteten Muslime und Politiker gemeinsam auf einer Mahnwache vor der Moschee.  © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden - Die Klingel fehlt noch immer an der neuen Wohnungstür der Fatih Camiine-Moschee in Dresden-Cotta. Am 26. September 2016 fetzte ein Sprengsatz sie von der Wand. Am Mittwoch stand der mutmaßliche Bombenbastler Nino K. (31) vor dem Landgericht. Er hatte wohl weitere Ziele für seine gefährlichen Attacken.

Ohne eine Regung auf dem Gesicht kam Nino K. in Handschellen in den Gerichtssaal, nickte nur kurz drei Bekannten im Publikum zu, nahm ohne Emotion die Anklage zu Kenntnis. Dabei wirft ihm die Generalstaatsanwaltschaft vierfachen versuchten Mord vor.

Als bekennender Anhänger der PEGIDA-Bewegung, so der Vorwurf, habe er sich zunehmend radikalisiert. Er versuchte erst andere Montags-Demonstranten dazu zu bewegen, eigenständige Kundgebungen durchzuführen. Als die nicht wollten, isolierte sich der Dresdner zunehmend.

Die zweite Bombe führte zu über 21.000 Euro Schaden am Kongresszentrum.
Die zweite Bombe führte zu über 21.000 Euro Schaden am Kongresszentrum.  © Arno Burgi/dpa

Der erste Anschlag zielte auf die Moschee in Cotta ab: Drei Rohrbomben schnürte er zusammen mit Grillanzünder, Behältern mit Diesel und Benzin.

Verstörend: Nachdem er die Bombe, beschriftet mit dem Wort "Mosche" abgelegt hatte, lief er noch zweimal hin, weil der Zeitzünder nicht funktionierte. Zum Glück explodierte nur eine Rohrbombe.

Danach soll Nino K. zum Kongresszentrum gefahren sein. Hier zündete er auch eine Rohrbombe. Der Plan: Von ihm animierte PEGIDA-Anhänger sollten nach der Explosion "Wir sind das Volk" skandieren.

Das blieb allerdings aus, dafür lag der Schaden bei 21.241,50 Euro. Nach den beiden Anschlägen bekam er wohl Panik, schmiss einen Molotow-Cocktail und eine Bombe mit der Aufschrift "Linke" in die Weißeritz. Beides konnte jedoch stromabwärts gefunden werden.

Schon im Oktober soll er wieder eine Bombe gebaut haben. Diesmal mit zwei Zeitzündern, falls einer wieder Probleme macht. Bei seiner Inhaftierung am 8. Dezember war der Sprengsatz fertig, nur die Batterien noch nicht eingesetzt.

Pegida-Fan Nino K. (31) musste sich am Mittwoch für die Anschläge verantworten.
Pegida-Fan Nino K. (31) musste sich am Mittwoch für die Anschläge verantworten.  © Ove Landgraf
Nach der Bomben-Attacke übernahm das Operative Abwehrzentrum (OAZ) die Ermittlungen.
Nach der Bomben-Attacke übernahm das Operative Abwehrzentrum (OAZ) die Ermittlungen.  © xcitepress

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