Er machte aus seinem Hotel ein Asylheim

Im einstigen „Spreehotel“ Bautzen leben jetzt rund 250 Asylbewerber aus 20 Nationen.
Im einstigen „Spreehotel“ Bautzen leben jetzt rund 250 Asylbewerber aus 20 Nationen.

Bautzen - Vor knapp zwei Jahren vollzog der Bautzener Hotelier Peter-Kilian Rausch (56) den Wandel zum Asylheimbetreiber und sorgte damit landesweit für Aufsehen. Jetzt erklärt der gebürtige Schwarzwälder die Hintergründe.

„Ich stand mit dem Rücken zur Wand. Ich wäre nicht mal mehr als Frühstückskellner untergekommen“, beschreibt Ex-Hotelier Rausch seine Situation Anfang 2014. Sein Haus stand tief in den roten Zahlen.

Als letzten Strohhalm ergriff er die Chance, mit einer Asylheim Geld zu verdienen.

Im Sommer 2014 wurde aus dem „Spreehotel Bautzen“ ein Flüchtlingsheim. „Vielleicht war ich sogar der Erste deutschlandweit, der diesen Schritt wagte“, sagt der gebürtige Schwarzwälder.

Der Flüchtlingsheimbetreiber Peter-Kilian Rausch sitzt in der ehemaligen Rezeption des Spreehotels.
Der Flüchtlingsheimbetreiber Peter-Kilian Rausch sitzt in der ehemaligen Rezeption des Spreehotels.

Rund 250 Flüchtlinge aus 20 Nationen leben heute unter seinem Dach. Mit acht Mitarbeitern kümmert sich Rausch um sie.

Mit den Flüchtlingen, so Rausch, kamen auch die „besorgten Bürger“, die vor dem Haus „Ausländer raus“ riefen. Im Briefkasten landeten Morddrohungen. In einigen Geschäften der Innenstadt hat der Heimbetreiber bis heute Hausverbot.

Doch Rausch zeigt Rückgrat. „Wir versuchen hier in diesem Minikosmos gute Laune zu versprühen und den Leuten das Gefühl zu geben, dass ihnen geholfen wird. Ich habe nie gedacht, dass mir das so viel Spaß macht“, sagt er.

Mit seiner Erfahrung ist Rausch längst ein gefragter Experte für andere Betreiber von Flüchtlingsheimen.

Fotos: dpa/Miriam Schönbach (2)


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