Trotz finanzieller Hilfe: Suche nach Amtsärzten bleibt schwierig

Erfurt - Die in Thüringen vor zwei Jahren eingeführten Gehaltszuschüsse des Landes für Amtsärzte sind bei den Kommunen gefragt. Acht der 17 Landkreise und vier der sechs kreisfreien Städte haben für dieses Jahr die Landeshilfe zur Aufstockung der Gehälter von insgesamt 41 Ärzten in den kommunalen Gesundheitsämtern beantragt, wie das Sozialministerium auf Anfrage mitteilte.

Die Suche nach Amtsärzten bleibt schwierig. (Symbolbild)
Die Suche nach Amtsärzten bleibt schwierig. (Symbolbild)  © 123RF

Seit 2017 seien durch die Zulage sechs Ärzte für Neueinstellungen in den Gesundheitsämtern gewonnen worden. Der Zuschuss, der auch an bereits in den Ämtern tätige Ärzte gezahlt wird, soll die Gehaltsdifferenz zu den deutlich besser bezahlten Klinikärzten verringern.

Diese gilt als Hauptgrund für die Probleme vieler Kommunen, Stellen im öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu besetzen. Allerdings stößt der finanzielle Anreiz an Grenzen, wie das Ministerium einschätzt.

Das zeigte sich zuletzt im Unstrut-Hainich-Kreis, wo im Gesundheitsamt seit vergangenen November zwei Humanmediziner ausgeschieden und bislang nicht ersetzt sind. Das Amt verfügt derzeit nur noch über einen Zahnarzt. Geleitet wird es jetzt von einem Juristen, der zum Beispiel für Schuluntersuchungen Ärzte im Ruhestand zur Unterstützung gewonnen hat.

Landesweit sind im Internet derzeit rund 15 Stellen für Mediziner in Gesundheitsämtern ausgeschrieben, einige von ihnen seit Jahren. Laut Innenministerium gibt es in den Thüringer Gesundheitsämtern etwa 100 Voll- oder Teilzeitstellen für Ärzte.

Aus Ministeriumssicht hilft die Zulagenzahlung nicht, das bundesweite Personalproblem im ÖGD grundsätzlich zu lösen. Nötig sei eine Überarbeitung der ärztlichen Vergütung in diesem Bereich. Hintergrund der Gehaltsdifferenzen sind unterschiedliche Tarifregelungen, die für Ärzte im ÖGD und in Kliniken gelten.

Titelfoto: 123RF

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