Droht tausenden Thüringern die Arbeitslosigkeit?

Eine Studie ergab, dass die Digitalisierung Zehntausende Arbeitsplätze verändern kann. (Symbolbild)
Eine Studie ergab, dass die Digitalisierung Zehntausende Arbeitsplätze verändern kann. (Symbolbild)  © DPA

Erfurt - Neuesten Studienergebnissen zufolge kann die Digitalisierung in den nächsten Jahren Zehntausende Arbeitsplätze in Thüringen verändern.

Rund 146 000 Jobs, das sind immerhin 19 Prozent, könnten schon heute zu über 70 Prozent von Maschinen oder Computersystemen übernommen werden. Das ergab eine jetzt veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Darunter seien 4400 Arbeitsplätze, an denen Computer und computergesteuerte Maschinen die Arbeit komplett erledigen könnten.

Mit einem Anteil von 19 Prozent der Jobs, die zu einem hohen Grad von Automaten und IT-Technik übernommen werden könnten, liege Thüringen über dem Bundesdurchschnitt mit einem Anteil von rund 15 Prozent. Der Autor der Studie, Per Kropp, sieht den Grund dafür in der Wirtschaftsstruktur: Es dominierten Fertigungs- und Produktionsberufe im Freistaat. Sie könnten eher von Maschinen erledigt werden als Dienstleistungsberufe.

Wer muss sich keine Gedanken machen? Nur knapp zehn Prozent der Beschäftigten sind nach der IAB-Untersuchung von der Digitalisierung nicht betroffen. Als Beispiele wurden Friseure oder Pfleger genannt.

Wie schlimm steht es nun wirklich? Der Chef der Landesarbeitsagentur Kay Senius rechnet zwar mit einem Strukturwandel, nicht aber mit massivem Arbeitsplatzabbau. Arbeitsinhalte und Anforderungen an die Beschäftigten würden sich ändern, Bildung und Qualifizierung würden noch wichtiger.

Titelfoto: DPA


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