So schlecht kennen sich die Thüringer bei Erster Hilfe aus

Bei einem ersten Hilfe-Kurs werden an einer Puppe Wiederbelebungsmaßnahmen geübt. (Symbolbild)
Bei einem ersten Hilfe-Kurs werden an einer Puppe Wiederbelebungsmaßnahmen geübt. (Symbolbild)  © DPA

Erfurt/Jena - Die Kenntnisse in Erster Hilfe sind bei vielen Thüringern nicht mehr auf dem neuesten Stand.

Der Besuch von Erste-Hilfe-Kursen liegt nach Beobachtungen von Hilfsorganisationen bei den meisten Menschen 20 oder 30 Jahre zurück, ohne dass das dort erworbene Wissen aufgefrischt wird.

"Wünschenswert wäre, dass jeder Bürger regelmäßig einen Rotkreuz-Kurs besucht", sagte Bastian Wenske vom DRK-Landesverband Thüringen der Deutschen Presse-Agentur.

Geld in eine Erste-Hilfe-Ausbildung wird fast ausschließlich wegen des Führerscheins oder gesetzlicher Vorgaben ausgegeben. "Oft ist auch ein Kleinkind oder ein pflegebedürftiger Angehöriger Anlass für eine Kursteilnahme", sagt Markus Mühr vom Malteser-Landesverband. "Die meisten Menschen haben Angst, in diesen ersten Sekunden etwas falsch zu machen", meint er. Dabei habe jeder schon einen kleinen Unfall erlebt - Handlungssicherheit für die lebenswichtigen ersten Sekunden bedeute das aber nicht.

"Das Thema wird gern vor sich hergeschoben", sagt Catrin Albrecht-Blase von der Jenaer "Erste Hilfe Thüringen", die seit 2016 Ersthelferkurse anbietet. Bevor etwas falsch gemacht werde, helfe man lieber gar nicht. Dabei seien Laien wichtige Glieder der Rettungskette. "Für jeden Autofahrer muss es zur Pflicht gemacht werden", fordert Albrecht-Blase. Es müsse sich auch herumsprechen, dass solche Kurse nicht nur einen Lerneffekt haben, sondern auch richtig Spaß machen könnten.

Immerhin ereigneten sich 90 Prozent aller Unfälle im unmittelbaren Lebensumfeld - im Job, im Haushalt und in der Freizeit.

Titelfoto: DPA


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