"Struktureller Umbruch hat begonnen": Automobilzulieferer investieren Millionen

Erfurt - Thüringens Automobilzulieferindustrie sieht nicht nur Risiken, sondern auch Chancen im Strukturwandel und investiert kräftig.

Für die Automobilzulieferindustrie bietet der Strukturwandel auch Chancen, es wird kräftig investiert. (Symbolbild)
Für die Automobilzulieferindustrie bietet der Strukturwandel auch Chancen, es wird kräftig investiert. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Die Investitionen in diesem und dem vergangenen Jahr summieren sich auf fast 442 Millionen Euro", sagte der Geschäftsführer der Branchenvereinigung "automotive thüringen", Rico Chmelik, der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. "Der strukturelle Umbruch hat längst begonnen."

Vor allem in den Bereichen Fahrzeuginterieur und -elektronik böten sich neue Märkte und Absatzchancen. Innenausstattung und Funktionalität würden viel stärker als in der Vergangenheit auf die Bedürfnisse der Insassen zugeschnitten.

Als Beispiele für Investitionen nannte Chmelik die Ansiedlung der Firma Marquardt Lightronics GmbH - einem Familienunternehmen aus Süddeutschland - im Gewerbegebiet "Erfurter Kreuz".

Die kanadische Firma Weber Manufacturing habe für ihren ersten europäischen Standort Gotha ausgewählt.

"Es wird massive Strukturveränderungen geben. Nicht nur was, sondern auch wo produziert wird", sagte der Geschäftsführer der Branchenvereinigung. Vom Trend zum autonomen Fahren - quasi zu "sehenden Autos" - könnte die optische Industrie mit ihrem Zentrum in Jena profitieren. Das gelte auch für Halbleiterhersteller in Erfurt. Der Anteil an Elektrik und Elektronik in den Autos werde von heute etwa 30 auf 50 Prozent steigen.

2019 hatte laut Branchenvereinigung jeder zweite Automobilzulieferer in Thüringen Umsatzeinbußen von 15 bis 20 Prozent zu verkraften. Als positiv wertete Chmelik, dass etwa 70 Prozent der Firmen von ersten Aufträgen für die Produktion von Elektrofahrzeugen berichteten.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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