Positiver Effekt! Immer mehr Arbeitnehmer bringen ihre Haustiere mit zur Arbeit

Erfurt/Berlin - Der Dackel unter dem Schreibtisch, die Katze neben dem Laptop - Tiere am Arbeitsplatz hatten vor einigen Jahren noch Seltenheitswert. Mittlerweile haben aber viele Chefs und Mitarbeiter in Unternehmen den Vorteil etwa eines "Bürohundes" erkannt.

Tiere am Arbeitsplatz haben positive Effekte auf das gesamte Arbeitsklima. (Symbolbild)
Tiere am Arbeitsplatz haben positive Effekte auf das gesamte Arbeitsklima. (Symbolbild)  © DPA

"Die Anfragen von Einzelpersonen, Betriebsräten und Personalabteilungen haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht", sagte Markus Beyer vom Bundesverband Bürohund der Deutschen Presse-Agentur.

Gerade der "beste Freund des Menschen" bringe viele Vorteile sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Allerdings seien klare Absprachen und Regeln nötig. In Thüringen hält der Trend indes erst langsam Einzug.

"Zahlreiche Studien belegen den positiven Effekt von Haustieren auf den Menschen", erläuterte Rüdiger Trimpop, Lehrstuhlinhaber für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Beim Umgang und besonders dem Streicheln von Tieren werde im menschlichen Körper das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet, das sich unter anderem positiv auf Blutdruck und den Herzrhythmus auswirke.

Stress am Arbeitsplatz ist oft ein Problem. Tiere können dabei helfen den Stress zu minimieren. (Symbolbild)
Stress am Arbeitsplatz ist oft ein Problem. Tiere können dabei helfen den Stress zu minimieren. (Symbolbild)  © DPA

Aus Sicht von Verbandschef Beyer können Hunde am Arbeitsplatz für eine geringe Krankenquote, ein deutlich besseres Betriebsklima und sogar einen Wettbewerbsvorteil sorgen. "Die Mitarbeiter haben mit einem Tier ein gemeinsames Thema - das fördert die Kommunikation im Betrieb." Zudem spielten "Zusatzangebote" bei der Suche nach neuen Mitarbeitern - besonders im kreativen Bereich - eine immer größere Rolle.

Wichtigste Voraussetzung sei allerdings, dass alle Beteiligten in einem Boot säßen und niemand übergangen werde.

"Grundsätzlich ist wichtig zu wissen, dass Arbeitnehmer keinen Anspruch auf die Mitnahme von Tieren an den Arbeitsplatz haben", betonte Ute Zacharias vom Verband der Wirtschaft Thüringen (VWT). Zwar könnten Tiere durchaus einen positiven Effekt auf die Mitarbeiter haben, das gehe aber nur, wenn alle Beteiligten einverstanden seien.

Laut Beyer befürchten viele Vorgesetzte einen Kontrollverlust, wenn Tiere am Arbeitsplatz erlaubt werden. "Heute einen Hund, morgen einen Zoo - das ist eine der häufigsten Bedenken, die wir von Chefs hören", erklärte der Experte.

Mit klaren Absprachen, an die sich alle halten müssen und Mitnahmegenehmigungen für jeden Einzelfall lasse sich das vermeiden.

Titelfoto: DPA


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