Brand in Erfurter Hochhaus: 150 Menschen evakuiert

Über 150 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.
Über 150 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.  © Matthias Gränzdörfer

Erfurt - Und schon wieder brannte es in einem Erfurter Hochhaus. Und wieder traf es den Norden der Stadt.

Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht zu Montag in der Vilniuser Straße ab. Kurz nach 23.30 Uhr gehen mehrere verzweifelte Anrufe bei der Leitstelle der Feuerwehr ein. Sie berichteten von einem Brand in der achten Etage in der Hausnummer 16. Mehrere Personen seien vom Rauch eingeschlossen.

Sofort rückte ein Großaufgebot der Feuerwehr an. Die zwei Berufsfeuerwehrwachen und mehrere Freiwillige Einsatzkräfte. Zwei Menschen sind zum Teil schwer verletzt. Unter ihnen befand sich auch der Wohnungsinhaber. Die Feuerwehr konnte den Brand in der Wohnung schnell unter Kontrolle bringen.

Dicke Rauchschwaden ziehen aus einer Wohnung im 8. Obergeschoss.
Dicke Rauchschwaden ziehen aus einer Wohnung im 8. Obergeschoss.  © Matthias Gränzdörfer

Trotzdem mussten über 150 Personen erstmal raus aus dem Gebäude. Im benachbarten Pflegeheim wurden sie untergebracht und von der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) des Rettungsdienstes betreut. Währenddessen wurden die Wohnungen inspiziert. In mehreren gibt es Wasserschäden durch Löschwasser. Nach rund einer Stunde durfte ein Großteil der Bewohner wieder in das Gebäude.

Viele zeigten sich erleichtert. Eine ältere Dame gegenüber TAG24: "Da haben wir ja nochmal Schwein gehabt." Nachdem die Löscharbeiten beendet sind, steht fest: Der Auslöser für den Brand soll ein Lötkolben gewesen sein. Beim Löschversuch wurden der 50-jährige Wohnungsinhaber und ein Nachbar verletzt.

Viele Anwohner fühlen sich an Brände aus den letzten Wochen erinnert. Erst Mitte September starb eine Frau bei einem Wohnungsbrand in einem Hochhaus. Ende August brannte es ebenfalls in einem Hochhaus im Erfurter Norden (TAG24 berichtete).

Der Sachschaden in der Vilniuser Straße soll nach ersten Schätzungen der Polizei bei rund 155.000 Euro liegen.

Die Einsatzkräfte rückten mit einem Großaufgebot an.
Die Einsatzkräfte rückten mit einem Großaufgebot an.  © Matthias Gränzdörfer