Streitereien im Schulbus: Lautstärke kann zur Gefahr werden

Erfurt/Nordhausen - Aggressives Verhalten und eine Lautstärke wie im Freibad: In einem Bus mit Schülern kann es hoch hergehen. Das stelle mitunter eine Gefahr für die Verkehrssicherheit dar, sagt die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Thüringen, Dagmar Lemke.

In vielen Städten werden Schulbusbegleiter eingesetzt, um die Ordnung zu wahren.
In vielen Städten werden Schulbusbegleiter eingesetzt, um die Ordnung zu wahren.  © DPA

"Den Busfahrern kann es so schwer fallen, sich zu konzentrieren und auch die Möglichkeit abgelenkt zu werden ist größer." Das bereite Fahrern in ganz Thüringen Schwierigkeiten. "Manche Verkehrsbetriebe berichten uns von einem zunehmenden Problem", sagt Lemke.

Um dem grundsätzlichen Problem Herr zu werden, setzen manche Verkehrsbetriebe beispielsweise schon auf Schulbusbegleiter. Diese sind etwa seit 2014 im Auftrag der Stadtwerke Erfurt (SWE) unterwegs. Sie schlichten Streit zwischen Schülern und erklären den Kindern, weshalb sie aus Rücksicht auf andere ihre Schulranzen, besser auf den Boden stellen, statt sie auf dem Rücken zu lassen.

Seit dem Einsatz der Busbegleiter gebe es weniger gefährliche Drängeleien beim Einsteigen. "Auch unsere Busfahrer sind froh, dass sie sich wieder mehr auf die Fahrt konzentrieren können", heißt es in einer Mitteilung der SWE.

"Die Belastung unserer Busfahrerinnen und Busfahrer während der Schülerverkehre ist sicherlich hoch, von der Tendenz aber gleichbleibend", heißt es bei den Stadtwerken Jena. Damit sich die Belastung der Fahrer in Grenzen hält, sind auch dort spezielle Servicekräfte im Schülerverkehr im Einsatz.

Auch die Verkehrsbetriebe Nordhausen schicken Schulbusbegleiter mit. Zusätzlich schulen die Nordhäuser Verkehrbetriebe ihre Fahrer nach Angaben der Pressesprecherin des Landkreises gezielt für den Umgang mit Schülern.

Lemke betont jedoch, dass längst nicht nur das Verhalten von Schülern gefährlich für die Verkehrssicherheit sein könne. So seien etwa Senioren eine relevante Größe in den Verkehrsunfallstatistiken. "Natürlich besteht die Gefahr der Ablenkung nicht nur für Schulbusfahrer." Schon der Blick aufs Handy oder der Griff zur Wasserflasche könnten zu einem Unfall führen.

Titelfoto: DPA


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