Vater zeigt nach Kindermord kein Mitgefühl

Erfurt - Im Prozess gegen einen 28-jährigen Vater wegen Mordes an zwei seiner Kinder hat ein Gutachter dem Angeklagten einen deutlichen Mangel an Mitgefühl bescheinigt.

Bestatter tragen nach der schrecklichen Tat ein Sarg aus dem Haus in Altenfeld.
Bestatter tragen nach der schrecklichen Tat ein Sarg aus dem Haus in Altenfeld.  © DPA

"Er zeigt kaum ein Zeichen von Empathie, also gefühlsmäßigen Mitschwingungen für andere", sagte der Gutachter am Donnerstag vor dem Landgericht Erfurt. Ohne emotionale Regung habe ihn der Angeklagte in einem Gespräch beispielsweise bei der Stichzahl, mit denen er seine Kinder getötet habe, nach oben korrigiert.

Voraussetzungen für eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik habe er in seinen Gesprächen mit dem 28-Jährigen aber nicht gefunden, sagte der Gutachter.

Der Vater hat bereits gestanden, seine beiden damals elf Monate und vier Jahre alten Söhne am 15. Juni 2017 in Altenfeld mit einem Küchenmesser getötet zu haben. Auch auf seinen dreijährigen Sohn soll er eingestochen haben - dieser überlebte schwer verletzt.

Zwei Tage zuvor soll der Deutsche seine Frau krankenhausreif geprügelt haben. Die Kinder waren danach allein bei ihm geblieben.

Titelfoto: DPA