Gericht hat entschieden: Stadt Erfurt darf Bäume auf Petersberg nicht fällen

Erfurt/Weimar - Das Verwaltungsgericht Weimar hat der Stadt Erfurt die geplante Fällung von rund 70 Bäumen am Petersberg untersagt.

Auf dem Petersberg wird derzeit für die Bundesgartenschau umgebaut.
Auf dem Petersberg wird derzeit für die Bundesgartenschau umgebaut.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Stadt habe lediglich für zwei Bäume nachgewiesen, dass es notwendig sei, sie zu fällen, teilte das Gericht am Mittwoch in Weimar mit. Bei allen anderen Bäumen sei dies nicht gerechtfertigt.

Die Stadt hatte argumentiert, dass die in einem sogenannten Geschützten Landschaftsteil stehenden Bäume abgestorben oder so stark geschädigt seien, dass sie gefällt werden müssten.

Ansonsten ginge von ihnen insbesondere aufgrund der zunehmenden Trockenheit eine Gefahr aus. In den Geschützten Landschaftsteilen darf in den Baumbestand jedoch nur dann eingegriffen werden, wenn die Stadt damit ihrer sogenannten Verkehrssicherungspflicht nachkommt.

Wie das Gericht feststellte, umfasst die Verkehrssicherung nur "diejenigen Maßnahmen, die ein umsichtiger und verständiger, in vernünftigen Grenzen vorsichtiger Mensch für notwendig und ausreichend halte, um andere vor Schaden zu bewahren."

Waldbesucher wüssten, dass sie sich typischer Gefahren wie der Möglichkeit herabfallender Äste oder auch umstürzender Bäume aussetzten.

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Gegen den Beschluss können die Beteiligten innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Beschlusses Beschwerde beim Thüringer Oberverwaltungsgericht einlegen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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