Rettungsgasse blockiert: Poppenhäger will härtere Strafen

Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) setzt sich für höhere Bußgelder für Rettungsgassen-Blockierer ein.
Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) setzt sich für höhere Bußgelder für Rettungsgassen-Blockierer ein.  © DPA

Erfurt - Autofahrer, die bei Unfällen auf der Autobahn im Stau Rettungswege blockieren, sollen nach Vorstellungen von Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) dafür ein höheres Bußgeld zahlen.

Bisher würden sie mit 20 Euro zur Kasse gebeten, sagte Poppenhäger am Montag in Erfurt bei der Vorstellung der Verkehrsunfallzahlen für das vergangene Jahr. "Das ist nach meinem Dafürhalten zu wenig."

Die Polizei beklagt, dass Einsatzkräfte nach Unfällen oftmals nur schwer an die Verunglückten herankommen, weil andere Autofahrer keine Rettungsgasse bilden.

Denkbar seien nach der Einkommenshöhe gestaffelte Bußgelder, sagte der Minister. Die SPD-Innenminister der Bundesländer plädierten bei schweren Verkehrsverstößen für eine solche Regelung nach dem Vorbild des Strafrechts. Dass Rettungsgassen blockiert werden, "könnte so ein Fall sein", so Poppenhäger.

Gerade auf Autobahnen verliefen Unfälle häufig schwerwiegend und hätten hohen Sachschaden zur Folge. 13 Menschen kamen im vergangenen Jahr auf Autobahnen ums Leben, vor allem auf der A4. Bei der jüngsten Sitzung hatten sich die Innenminister der Länder und des Bundes auf eine Überprüfung der Sanktionen verständigt.

Auch die Thüringer Polizei sieht Handlungsbedarf. Neben höheren Bußgeldern sei vor allem mehr Aufklärungsarbeit nötig, sagte der Präsident der Landespolizeidirektion, Uwe Brunnengräber. Schließlich könne jeder nach einem Verkehrsunfall auf schnelle Hilfe angewiesen sein.

Titelfoto: DPA


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