Siemens-Mitarbeiter demonstrieren schweigend gegen Stellenabbau

Die Beschäftigten sehen sich als eine Familie - die Konzernspitze sieht das aber anders.
Die Beschäftigten sehen sich als eine Familie - die Konzernspitze sieht das aber anders.  © Tom Wunderlich

Erfurt - Das Bangen in Erfurt geht weiter. Wie wird die Konzernspitze entscheiden? Gibt es eine Auslagerung in die USA?

Diese Fragen gehen den Mitarbeitern des Erfurter Siemens Werkes und der anderen Standorte derzeit bestimmt durch den Kopf. Am Dienstag demonstrierten Gewerkschafter und Beschäftigte gemeinsam.

Mit einem Schweigemarsch ging es vom Standort in der Werner-von-Siemens-Straße über die Magdeburger Allee bis zum Anger zur Zentralen Abschlusskundgebung. Über 1200 Beschäftigte nahmen schweigend an dem Marsch teil.

Auch Politiker wie Bodo Ramelow (Linke), Björn Höcke (AfD) und Wolfgang Tiefensee (SPD) nahmen an dem Schweigemarsch durch die City teil. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein lief ebenfalls mit.

Ziel der Landesregierung sei es, Standorte zu erhalten, sagte Ramelow. "Es kann nicht sein, dass die Neuausrichtung des Konzerns vor allem auf dem Rücken Ostdeutschlands ausgetragen wird." Er und Tiefensee vertraten die Ansicht, dass die Milliardengewinne des Münchner Dax-Konzerns andere Möglichkeiten eröffnen müssten als hektische Stellenstreichungen.

Siemens plant, im sächsischen Görlitz und in Leipzig zwei Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen zu schließen. Das Erfurter Werk mit rund 700 Beschäftigten könnte verkauft oder restrukturiert werden. Wegen schlechter Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik sollen weltweit rund 6900 Stellen gestrichen werden, etwa die Hälfte davon in Deutschland.

Auch Berlin ist von den Streichungsplänen massiv betroffen.

Beim Schweigemarsch durch Erfurts Innenstadt machten die Betroffenen ihrem Ärger mit allerhand Plakaten Luft.
Beim Schweigemarsch durch Erfurts Innenstadt machten die Betroffenen ihrem Ärger mit allerhand Plakaten Luft.  © Tom Wunderlich

Titelfoto: Tom Wunderlich


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