Thüringer SPD will Impfpflicht wie in der DDR zum Schutz vor Masern

Erfurt - In der Diskussion um eine Masern-Impfpflicht plädiert der Thüringer SPD-Landesvorsitzende Wolfgang Tiefensee für eine Übernahme der weitgehenden Impfpflicht aus DDR-Zeiten.

Wolfgang Tiefensee will einen flächendeckenden Impfschutz.
Wolfgang Tiefensee will einen flächendeckenden Impfschutz.  © DPA

"Ich stimme Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu, dass wir bei Masern eine gesetzliche Impfpflicht brauchen", sagte Tiefensee, der auch Thüringer Wissenschaftsminister ist.

"Sie sollte sich aber eben nicht nur auf die Masern erstrecken." Die Thüringer SPD wolle beim Bund für eine weitergehende Regelung werben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Dienstag für eine Masern-Impfpflicht in Kindergärten und Schulen ausgesprochen. Zudem solle "idealerweise auch medizinisches Personal" gegen Masern geimpft sein, hatte er gesagt. Spahn hält es rechtlich auch für möglich, eine Impfpflicht in Gemeinschaftseinrichtungen umzusetzen.

Es handele sich zwar um einen Eingriff in die Freiheit, aber die Aufklärungskampagnen in den vergangenen Jahren hätten nicht so gefruchtet wie erwartet. Immer noch sei die Zahl der Masern-Neuerkrankungen zu hoch.

Der Gesundheitsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Hartung, verwies auf die gesunkenen Impfquoten in Thüringen nicht nur bei der Masern-Schutzimpfung, sondern auch bei jener gegen Kinderlähmung. "Das ist eine Entwicklung, die mir nicht gefällt." Mit flächendeckenden Impfungen ließen sich diese Krankheiten ausrotten.

Titelfoto: DPA

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