Briefe enthüllen Honeckers Liaison mit einer "Klassenfeindin"

Während seines Gefängnisaufenthalts pflegt Honecker eine Brief-Romanze mit einer Eva.
Während seines Gefängnisaufenthalts pflegt Honecker eine Brief-Romanze mit einer Eva.  © Edition Ost

Berlin - Wir kennen ihn alle als Staatschef der ehemaligen DDR. Dreizehn Jahre nach seinem Tod wurden jetzt Briefe veröffentlicht, die beweisen, dass ihm (neben Ehefrau Margot) eine weitere Dame die Treue hielt.

1992: Der an Krebs erkrankte Erich Honecker wird zu 169 Tagen Gefängnis verurteilt. Für die damals 59-jährige Dr. Eva Ruppert ein Skandal. Die Lehrerin und Mutter von zwei Kindern kommt zwar aus Bad Homburg, sympathisierte aber schon immer mit der DDR.

Wie die Berliner Zeitung berichtet, nimmt sie die Gelegenheit wahr als Honecker seine Haft antritt und bekommt als Mitglied des "Solidaritätskomitees zur Freilassung Honeckers" die Möglichkeit, ihn zu seinem 80. Geburtstag persönlich zu treffen.

Ruppert erzählt: "Es bestand eine gegenseitige Sympathie". Das war der Beginn ihrer innigen Brief-Romanze. Als sie wieder zu Hause ist, schreibt Ruppert ihm einen Brief. Honecker antwortet prompt, auch wenn noch sehr förmlich. Seine Schrift ist durch die Erkrankung sehr zittrig.

Sie bricht das Eis, als sie ihm getrocknete Blütenblätter aus ihrem Garten schickt. Am 19. September 1992 schreibt Honecker ihr: "Jedenfalls danke ich Dir, meine liebe ,kleine Genossin', sehr herzlich für die geistige Nahrung, die Du mir hast zukommen lassen."

Die Briefe an die Dame aus dem Westen lesen sich wie Liebesbriefe. Honecker zeigte sich von seiner emotionalen Seite und schrieb: "Ich denke an Dich und umarme Dich, Erich". Ruppert zeigt ebenfalls Gefühle: "Wenigstens in meinen Briefen möchte ich Dir nah sein, so wie Du mir in den Deinen."

Die Briefe hebt Ruppert auf wie einen Schatz und hat sie nach 25 Jahren in einem Buch veröffentlicht. Da Honeckers Briefe stets mit "Liebe Eva" beginnen ist dies auch der Titel ihres Buchs.

Honeckers und Rupperts Brief-Romanze endet 1993 mit seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Als er zu seiner Frau Margot nach Chile fährt, bleibt der Briefverkehr bestehen, aber da seine Frau offensichtlich ein Auge auf die Briefe hat wird Honecker förmlicher.


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