Wenn "Hambi" bleibt: RWE stellt hohe Rechnung

Erkelenz/NRW – Nach Einschätzung des Energiekonzerns RWE würde der Erhalt des umkämpften Hambacher Forsts im Rheinischen Revier Milliarden kosten.

Bis Herbst 2020 gilt ein Rodungsstopp für den Hambacher Forst.
Bis Herbst 2020 gilt ein Rodungsstopp für den Hambacher Forst.  © DPA

Sollte der Wald erhalten bleiben, müssten komplexe Fragen zu Standsicherung der Böschungen, Abraum, Wasserwirtschaft und der Nutzung nach Ende des Tagebaus neu geklärt werden, sagte RWE-Vorstand Lars Kulik am Mittwoch in Erkelenz.

So könne beispielsweise der geplante Restsee nicht an der geplanten Stelle liegen. "Ich geh mal davon aus, dass wir in die Milliarden reinkommen", sagte Kulik auf die Frage, was der Erhalt des Waldes kosten würde.

Der Konzern prüfe weiterhin, ob der Erhalt des Waldes bergtechnisch überhaupt möglich sei. Umweltverbände bejahen dies.

RWE wollte den Wald roden, um die darunter liegende Braunkohle zu fördern. RWE spricht von 200 Hektar, Umweltverbände von 500 Hektar verbliebenem Wald. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hatte es als wünschenswert bezeichnet, den Hambacher Forst zu erhalten. Der Wald am Tagebau Hambach ist zum Symbol des Widerstands von Umweltschützern gegen die Braunkohleverstromung geworden.

Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, müsse man entscheiden, sagte Kulik: "Am Ende kommt die Frage, was kostet das denn mehr, und dann muss man die Entscheidung fällen: Ist es denn überhaupt richtig, den Hambacher Forst stehen zu lassen."

Keine Änderungen beim Tagebau Garzweiler

Ganz unabhängig vom Hambacher Forst würden die laufenden Umsiedlungen am Tagebau Garzweiler planmäßig und vollständig durchgeführt, sagte Kulik. Der Tagebau Garzweiler werde wie geplant bis zum Ende ausgekohlt.

Menschen in den betroffenen Dörfern hatten gehofft, dass mit der Empfehlung der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038 die laufenden Umsiedlungen gestoppt werden könnten.

Titelfoto: DPA

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