Erling Braut Haaland mit Gala: "Norwegische Bestie" trifft ohne Ende

Salzburg (Österreich) - Überragend! Erling Braut Haaland (19) baut seine unfassbare Torquote in dieser Saison weiter aus. Bei seinem Champions-League-Debüt erzielte er direkt einen Dreierpack und hatte damit großen Anteil am 6:2-Sieg von Red Bull Salzburg über den KRC Genk.

Salzburgs neuer Coach Jesse Marsch hat bislang alle Pflichtspiele der Saison mit RB gewonnen - meist auf spektakuläre Art und Weise.
Salzburgs neuer Coach Jesse Marsch hat bislang alle Pflichtspiele der Saison mit RB gewonnen - meist auf spektakuläre Art und Weise.  © Georg Hochmuth/APA/dpa

Damit hat der zweimalige norwegische Nationalstürmer in dieser Saison in wettbewerbsübergreifend neun Spielen unglaubliche 17 Tore (!) erzielt und dazu noch fünf Treffer aufgelegt - im Alter von 19 Jahren!

Die europäischen Spitzenklubs dürften ihn spätestens nach seinem Auftritt in der Königsklasse mit Argusaugen beobachten.

Auch die internationalen Medien haben ihn bereits im Blick. So titelte der englische "The Guardian": "Erling Braut Haaland, die norwegische 'Bestie', die die Rekordbücher zerreißt".

Schon in dieser Frühphase seiner Karriere ist der 1,94 Meter große und erstaunlich schnelle Sturmtank viel zu gut für die österreichische Bundesliga.

Er wurde im englischen Leeds als Sohn des früheren Nationalspielers Alf-Inge Haaland geboren und hat von seinem Vater das Fußball-Gen in die Wiege gelegt bekommen. Schließlich spielte der frühere defensive Mittelfeldspieler 181 Mal in der englischen Premier League für Manchester City, Leeds United und Nottingham Forest.

Sein Sohn gilt als sogar noch größeres Talent. Er hat in den letzten Jahren deutlich an Muskelmasse zugelegt, weiß seinen Körper schon geschickt einzusetzen und hat einen unvergleichlichen Torriecher.

Erling Braut Haaland feierte sein Erstliga-Debüt in Norwegen mit 16 Jahren

Kommt aus dem Jubel nicht mehr heraus: Erling Braut Haaland traf in dieser Saison in neun Spielen 17 Mal und legte auch noch fünf Treffer auf.
Kommt aus dem Jubel nicht mehr heraus: Erling Braut Haaland traf in dieser Saison in neun Spielen 17 Mal und legte auch noch fünf Treffer auf.  © Yorick Jansens/BELGA/dpa

Über den Ex-Klub seines Vaters, Bryne FK, schaffte er den Sprung zu Molde FK, wo er bereits mit 16 Jahren, zehn Monaten und vierzehn Tagen in der ersten norwegischen Liga unter dem heutigen Manchester-United-Coach Ole Gunnar Solskjaer debütierte.

In 50 Spielen traf er 20 Mal und legte sechs Tore auf, bevor sich Salzburg seine Dienste zum 1. Januar 2019 für fünf Millionen Euro sicherte.

Nach einem halben Jahr Lern- und Anlaufzeit ist er nun unumstrittener Stammspieler. Dank seines hohen Tempos passt er perfekt in das schnelle Salzburger Offensivspiel hinein.

Die Verantwortlichen muss man auch abgesehen von Haaland für die Zusammenstellung der Mannschaft loben.

Denn vor der Saison gingen nahezu alle Leistungsträger von Bord: Munas Dabbur (FC Sevilla), Hannes Wolf (RasenBallsport Leipzig), Xaver Schlager (VfL Wolfsburg), Stefan Lainer (Borussia Mönchengladbach), Diadie Samassékou (TSG 1899 Hoffenheim), Igor (SPAL Ferrara) und Fredrik Gulbrandsen (Istanbul Basaksehir FK) sind hier vor allem zu nennen.

Insgesamt gab RB 21 Spieler fest ab oder verlieh sie. Von den vielen Neuzugängen ist keiner älter als 22 Jahre. Dennoch hat sich die Mannschaft unter dem neuen Trainer Jesse Marsch erstaunlich schnell gefunden und fegt einen Gegner nach dem anderen aus dem Weg.

Red Bull Salzburg steht in dieser Saison für Spektakel und Torfestivals

Letzte Saison war Hee-chan Hwang (l.) mit mäßigem Erfolg an den HSV ausgeliehen, in dieser Spielzeit begeistert er bei RB Salzburg.
Letzte Saison war Hee-chan Hwang (l.) mit mäßigem Erfolg an den HSV ausgeliehen, in dieser Spielzeit begeistert er bei RB Salzburg.  © Uwe Anspach/dpa

Der offensivfreudige Stil sorgt für ein Torfestival, ein Spektakel nach dem anderen. Am 1. Spieltag wurde mit 2:0 bei Rapid Wien gewonnen.

Danach nahm Salzburg aber richtig Fahrt auf. Es folgten ein 4:1 gegen den SV Mattersburg, ein 5:2 gegen den Wolfsberger AC, ein 6:0 bei SKN St. Pölten, ein 5:0 gegen den FC Admira Wacker Mödling, ein 5:1 bei WSG Tirol, ein 7:2 gegen den TSV Hartberg und nun das 6:2 gegen Genk.

Damit hat Red Bull in acht Spielen satte 40 Tore geschossen! Denn auch Hee-chan Hwang (23) blüht auf. Wurde der 28-fache südkoreanische Nationalstürmer in der letzten Saison noch mit mäßigem Erfolg an den Hamburger SV ausgeliehen (21 Spiele, zwei Tore, zwei Vorlagen), netzt er in dieser Spielzeit regelmäßig ein und legt auf: In acht Spielen traf er fünf Mal und gab neun direkte Vorlagen.

Mit Patson Daka (20; acht Spiele, fünf Tore, drei Vorlagen) übt Afrikas Jugendspieler des Jahres 2017 Druck auf ihn und Haaland aus.

Auf den offensiven Außenbahnen sorgen der ungarische Internationale Dominik Szoboszlai (18) und der japanische Nationalspieler Takumi Minamino (24) für viel Dynamik, Tempo, Spielwitz und Torgefahr.

Red Bull Salzburg verfügt über einen großen Talente-Pool

Früher erfolgreich beim SV Werder Bremen unterwegs, nun angesehener Führungsspieler bei RB Salzburg: Zlatko Junuzovic.
Früher erfolgreich beim SV Werder Bremen unterwegs, nun angesehener Führungsspieler bei RB Salzburg: Zlatko Junuzovic.  © Carmen Jaspersen/dpa

In der Hinterhand befindet sich mit Masaya Okugawa, der letzte Saison an Holstein Kiel ausgeliehen war, ein weiterer quirliger Flügelflitzer.

Unangefochtene Führungsspieler für die jungen Wilden sind der zentrale Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic (31) und Linksverteidiger Andreas Ulmer (33), der gleichzeitig auch der Kapitän ist.

Dazu verfügt Salzburg mit Maximilian Wöber (21), Jérôme Onguéné (21) und dem früheren Kicker des TSV 1860 München, Marin Pongracic (22), über viele talentierte Abwehrspieler, die vom ehemaligen Leverkusener André Ramalho (27) gut angeleitet werden.

Im weiteren Kader befinden sich unzählige weitere Talente, denen man zutrauen kann, den Durchbruch zu schaffen.

Deshalb sind die Spiele in der Königsklasse für alle im Kader absolute Highlights. Zwar hat RB mit dem SSC Neapel und Jürgen Klopps FC Liverpool zwei Spitzenklubs in der Champions-League-Gruppe, braucht sich in der aktuellen Verfassung und mit dem hohen Selbstvertrauen auch vor diesen Teams nicht zu verstecken.

Ob die junge Garde auch in diesen Partien abgezockt genug ist, um für eine Überraschung zu sorgen, wird sich schon am 2. Oktober (21 Uhr) erstmals zeigen: Dann geht es für Salzburg zu Liverpool an die Anfield Road...

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