Erling Haaland mit genialem BVB-Debüt: Das machte ihn in Augsburg zum Matchwinner

Dortmund/Augsburg - Für Erling Haaland (19) gehen einem schon jetzt die Superlative aus! Der Winter-Neuzugang von RB Salzburg schoss den BVB mit einem Dreierpack beim spektakulären Tor-Festival in Augsburg zum 5:3-Sieg, sprach anschließend bescheiden von einem "guten Debüt" und erklärte, "froh" zu sein.

Neuer Bundesliga-Rekord: Erling Haaland brauchte für seinen Dreierpack nur 23 Minuten.
Neuer Bundesliga-Rekord: Erling Haaland brauchte für seinen Dreierpack nur 23 Minuten.  © dpa/Stefan Puchner

Dabei hatte der moderne Mittelstürmer entscheidenden Anteil daran, dass der BVB einen 1:3-Rückstand bei einem frechen Gegner noch drehte.

Haaland war erst nach dem letzten BVB-Gegentreffer an diesem Samstagnachmittag in der 56. Minute für Lukasz Piszczek eingewechselt worden.

Das war die klügste Entscheidung von Trainer Lucien Favre an diesem Abend, der seinen Matchwinner lobte: "Er hat Präsenz gebracht, seine Stärke sind die Läufe in die Tiefe", befand der Schweizer und schlussfolgerte: "Er hat es sehr gut gemacht."

Favre nahm durch den Wechsel nicht nur eine der Schwachstellen aus der Defensive heraus, er brachte mit dem 1,94 Meter großen Sturmtank auch noch einen Angreifer, der sofort im Spiel war.

Zwar hatten die Augsburger schon zuvor mehrfach Probleme mit den schnellen, wendigen Dortmunder Offensivspielern gehabt und überstanden einige Situationen nur mit dem nötigen Glück, nun allerdings kam genau das in die Partie, was den Schwarz-Gelben so lange abgegangen war: Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor!

Vergab Marco Reus gleich drei Top-Chancen, zeigte ihm sein neuer Teamkollege direkt mit seiner ersten Aktion, wie man es richtig macht.

Erling Haaland und der Unterschied zu den anderen BVB-Offensivspielern

Erling Haaland (Zweiter von links) wird von seinen Teamkollegen Marco Reus (r.), Jadon Sancho (Zweiter von rechts) und Raphael Guerreiro gefeiert.
Erling Haaland (Zweiter von links) wird von seinen Teamkollegen Marco Reus (r.), Jadon Sancho (Zweiter von rechts) und Raphael Guerreiro gefeiert.  © DPA/Tom Weller

Nach einem herrlichen Steckpass von Sancho fackelte Haaland nicht lange, zog aus 13 Metern halblinker Position direkt ab - und traf mithilfe des Innenpfostens zum wichtigen 2:3-Anschlusstreffer für Dortmund (59.).

Genau in solchen Situationen zeigt sich der Unterschied zu den vorhandenen Offensivakteuren wie Reus, Sancho, Julian Brandt und auch Thorgan Hazard.

Sie alle hätten den Ball wohl gestoppt, nochmal quergespielt oder daneben geschossen - Haaland hingegen machte den Eindruck, dass es überhaupt keine andere Lösungsmöglichkeit gab, als direkt abzuschließen.

Spätestens jetzt hatten die Augsburger Innenverteidiger Jeffrey Gouweleeuw und Tin Jedvaj großen Respekt vor dem neuen Mann, den sie auch in der Folge überhaupt nicht in den Griff bekamen, weil seine Fähigkeiten die ihren in dieser Partie erkennbar überstiegen.

Haaland setzte nämlich nicht nur seinen bulligen Körper geschickt ein, sondern nutzte auch sein hohes Tempo, seine hervorragende Technik und sein Gespür für freie Räume, um immer wieder in Schussposition zu kommen.

Erling Braut Haaland bricht direkt den ersten Bundesliga-Rekord

Debütantenball: Erling Haaland (l.) jubelt mit Giovanni Reyna. Sie beide gaben ihr Pflichtspieldebüt für die BVB-Profis.
Debütantenball: Erling Haaland (l.) jubelt mit Giovanni Reyna. Sie beide gaben ihr Pflichtspieldebüt für die BVB-Profis.  © dpa/Stefan Puchner

Obwohl er nach Hazard-Vorlage aus zwei Metern ins leere Tor schob und so zum 4:3 traf (70.), gab es noch mehrere Aktionen, wo man erkannte, dass er neu in der Mannschaft ist.

Denn Haaland stahl sich noch mehrfach frei, wurde aber beispielsweise von Reus einmal übersehen. Der machte das allerdings schnell wieder gut und bediente seinen Mitspieler aus der eigenen Hälfte heraus mit einem Steckpass.

Der norwegische Nationalstürmer sprintete allen davon, konnte aufgrund seiner Schnelligkeit sogar noch in die Mitte ziehen und schloss im genau richtigen Moment, bevor die Verteidiger ihn entscheidend stören konnten, zum 5:3-Endstand in die lange Ecke ab (79.).

Für seinen Dreierpack bei seinem Bundesliga-Debüt brauchte er also nur 23 Minuten - und war damit schneller, als alle anderen vor ihm!

Diese Eiseskälte der "norwegischen Bestie", wie er vom englischen Boulevard genannt wurde, war spielentscheidend. Kurios dabei: Haaland ist nach leichten Knieproblemen, mit denen er aus Salzburg gekommen war noch gar nicht hundertprozentig fit!

Deshalb hatte ihn Favre auch nicht von Anfang an gebracht, sondern nur eingewechselt. Man darf gespannt sein, wie wertvoll er für Dortmund in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren sein wird, wenn er alles abrufen kann.

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