Erneut tödlicher E-Scooter-Unfall: Skepsis gegenüber Tretroller

Auckland (Neuseeland) - Bei einem Unfall mit einem gemieteten Elektro-Tretroller in Neuseelands größter Stadt Auckland ist am Montagabend ein 59 Jahre alter Mann ums Leben gekommen.

Der 56 Jahre alte Mann starb bei dem E-Scooter-Unfall.
Der 56 Jahre alte Mann starb bei dem E-Scooter-Unfall.  © Screenshot/ Twitter, Cole Cameron | コール・キャメロン

Der genaue Hergang ist nach Angaben der Polizei vom Dienstag noch ungeklärt. Es wird vermutet, dass dies der erste tödliche Unfall mit einem E-Tretroller in Neuseeland ist. Im Februar waren alle 1000 Mietroller, die das auch in deutschen Städten aktive Unternehmen Lime in Auckland auf den Straßen hat, vorübergehend aus dem Verkehr gezogen worden.

Grund war, dass wegen eines Software-Fehlers an einigen Geräten die Räder blockierten. Zwei Wochen später wurden die Roller wieder erlaubt. Eine Lime-Sprecherin erklärte, das Unternehmen sei wegen des Unfalls "am Boden zerstört".

Die meisten Menschen in Deutschland stehen Elektro-Tretrollern und E-Scootern eher skeptisch gegenüber.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov fand mehr als die Hälfte der Befragten die Zulassung der Gefährte auf Radwegen nicht gut: 57 Prozent gaben an, dies "schlecht" oder "mittelmäßig" zu finden.

38 Prozent antworteten dagegen mit "gut", "sehr gut" oder "ausgezeichnet"; 5 Prozent mit "weiß nicht/keine Angabe". Noch klarer waren die Aussagen bei der Frage, ob man sich in nächster Zeit einen E-Roller anschaffen möchte. 77 Prozent wollten dies "bestimmt nicht" oder "wahrscheinlich nicht" tun. Lediglich 2 Prozent sind eigenen Angaben zufolge "bestimmt" dabei, weitere 4 Prozent "wahrscheinlich".

Ähnlich zurückhaltend sieht es bei der Nutzung von Leihfahrzeugen aus.

E-Scooter, auch E-Tretroller oder Elektro-Tretroller genannt, gehören bereits in vielen Städten der Welt zum Verkehrsbild.
E-Scooter, auch E-Tretroller oder Elektro-Tretroller genannt, gehören bereits in vielen Städten der Welt zum Verkehrsbild.

Ob sie in nächster Zeit einen E-Roller leihweise nutzen wollen? 73 Prozent der Befragten gaben an, dass sie dies "bestimmt nicht" oder "wahrscheinlich nicht" tun werden. 3 Prozent sind allerdings "bestimmt" dabei, 5 Prozent "wahrscheinlich" und 17 Prozent immerhin "vielleicht".

Damit E-Tretroller starten können, reicht die Verordnung aber allein nicht aus. Die Hersteller müssen Allgemeine Betriebserlaubnisse für ihre Modelle beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beantragen.

Der Autofahrerclub ADAC warb angesichts des baldigen Starts von Elektro-Tretrollern für mehr Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer. "Das gilt insbesondere für Autofahrer", sagte ADAC-Vizepräsident Gerhard Hillebrand der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Verkehrssicherheitstags am Samstag. Es gelte aber auch für Nutzer von E-Scootern mit Blick auf Fußgänger, die unerwartet den Radweg passieren könnten.

Damit die Verkehrssicherheit unter der neuen Vielfalt nicht leide, brauche es klare Verhaltensregeln, wer wo und wie schnell unterwegs sein dürfe. Nötig seien allerdings auch mehr Rücksichtnahme und Fairness. "Was wir derzeit besonders in unseren Großstädten erleben, ist immer häufiger nicht tragbar", sagte Hillebrand.

Auch Verkehrserziehung und die Ausbildung von Fahranfängern müssten angepasst und insgesamt ausgeweitet werden. Der ADAC rechnet generell damit, dass zunehmend motorisierte Klein- und Kleinstfahrzeuge unterwegs sein werden.

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