Erneute Razzia nach Rizin-Fund in Köln-Chorweiler!

Köln - Nach dem Fund von hochgiftigem Rizin in einem Hochhaus in Köln-Chorweiler durchsuchte die Polizei am Freitagmorgen mehrere leerstehende Wohnungen in dem Gebäude.

Ermittler durchsuchten am Freitag erneut den Wohnblock in Köln-Chorweiler und weitere Wohnungen.
Ermittler durchsuchten am Freitag erneut den Wohnblock in Köln-Chorweiler und weitere Wohnungen.

Polizei und Bundeskriminalamt sowie Experten des Robert Koch-Instituts sind nach dpa-Angaben vor Ort.

Der Einsatz soll im Zusammenhang stehen mit dem Fund einer größeren Menge des tödlichen Giftes Rizin im selben Haus. Das Haus wird nicht evakuiert, berichtete eine dpa-Reporterin.

Der verhaftete 29-jährige Mann aus Tunesien soll bereits seit mehreren Wochen biologische Waffen in seiner Wohnung im Kölner Stadtteil Chorweiler hergestellt haben und bei der Produktion seines tödlichen Gifts weit fortgeschritten sein.

Die Durchsuchungskräfte tragen zu ihrem Schutz ihre arbeitsübliche Schutzbekleidung, teilte die Polizei Köln mit.

Das Material zur Herstellung von Rizin hatte der Mann sich nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft im Internet gekauft und seit Anfang Juni zusammengemischt.

Update 11.13 Uhr:

Nach dpa-Informationen werden die leerstehenden Wohnungen durchsucht, um auszuschließen, dass dort möglicherweise ebenfalls Rizin oder rizinhaltige Substanzen gelagert haben könnten.

Nach einem Bericht des Südwestrundfunks (SWR) passten die Schlüssel des verhafteten Tunesiers für mehrere Wohnungen in dem Gebäude. Das Haus wurde abgesperrt, aber nicht evakuiert, berichtete eine dpa-Reporterin.

Erneute Durchsuchung bringt keine weiteren Funde

Polizisten sicherten am Freitag den Wohnblock.
Polizisten sicherten am Freitag den Wohnblock.

Update 13.30 Uhr

"Wir erhoffen uns insgesamt Hinweise für den Tatverdacht. Und natürlich schauen wir auch, ob es noch weitere Stoffe gibt, die irgendwo gelagert sind", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft.

Es gehe dabei um die beiden Wohnungen des Beschuldigten, aber auch um sechs weitere Wohnungen in dem Gebäude, die leer stehen. Es bestehe der Verdacht, dass der verhaftete Tunesier auch zu diesen Zutritt gehabt habe.

Update 17.10 Uhr

Drei Tage nach Sicherstellung des Bio-Giftes Rizin in einer Kölner Hochhauswohnung haben Ermittler bei einer neuen Durchsuchung offenbar keine weiteren brisanten Funde gemacht.

Nach mehreren Stunden neigte sich die Aktion am Nachmittag dem Ende zu. Gefährliche oder verdächtige Mittel oder Gegenstände sollen nicht entdeckt worden sein.

Die Ermittler wollten vor allem ausschließen, dass in dem Gebäude noch gefährliche Restbestände lagern. Ob der 29-Jährige sich inzwischen zu den Vorwürfen geäußert hat, gab die Bundesanwaltschaft nicht bekannt.


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