Erschreckend: Salafistenszene in Herford größer als gedacht

Herford – Die Zahl der Islamisten, die von Herford aus in den Irak oder nach Syrien gereist sind, um für die Terrormiliz IS zu kämpfen, ist erschreckend. Bisher war von vier Mitgliedern der Salafistenszene die Rede.

Der Herforder Islamist Murat D. (†29) kam 2017 im syrischen Kriegsgebiet ums Leben. Dieses Bild postete er auf Facebook.
Der Herforder Islamist Murat D. (†29) kam 2017 im syrischen Kriegsgebiet ums Leben. Dieses Bild postete er auf Facebook.

Nun teilten Sicherheitskreise der Neuen Westfälischen mit, dass es sogar bis zu acht junge Männer sein sollen.

Den Behörden sei nicht bekannt, wo sich die vier weiteren "Kämpfer" aufhalten, deren Ausreise offenbar von der Salafistenszene organisiert wurde. Ausreise-verdächtigen Islamisten würde normalerweise der Pass entzogen werden.

Im Fall des verurteilten IS-Kämpfers Konvertiten B. (Umar A.) aus Herford geht der Generalbundesanwalt davon aus, dass ihm die Reise nach Syrien durch Kontakte zu tschetschenischen Islamisten gelang. Gleiches gilt für den getöteten Murat D. (TAG24 berichtete). Der türkische Pass des Mannes aus Herford war von kurdischen Truppen nahe der IS-Hochburg Al-Rakka gefunden worden.

Auch das dritte Mitglied der Herforder Gruppe, Tarik S., der kurz nach der Landung am Frankfurter Flughafen festgenommen wurde, ist tot.

Doch so leicht kommen IS-Anhänger nicht mehr nach Deutschland zurück

Die Terror-Hochburg Al-Rakka in Syrien kurz nach der Zerstörung durch syrische demokratische Kräfte
Die Terror-Hochburg Al-Rakka in Syrien kurz nach der Zerstörung durch syrische demokratische Kräfte  © DPA

Deshalb sei nach Aussagen der Sicherheitsbehörden auch nicht mit einer Welle von Rückkehrern zu rechnen.

Gründe dafür: Eine stärkere Überwachung der Grenze zwischen Türkei und Syrien, sowie verstärkte Ausreisekontrollen an Flughäfen. Zudem würden Namen der aus Deutschland ausgereisten IS-Terroristen umgehend an die Auslands-Behörden, wie die Türkei, gemeldet.

Sofern die vier Herforder Terroristen noch am Leben sind, sei davon auszugehen, dass sie immer noch für den IS kämpfen oder sich in einem der Gefangenenlager in Syrien oder dem Irak befinden.

Die Zustände in diesen Lagern führe oft dazu, dass sich deutsche IS-Terroristen zu erkennen geben, um von den Behörden zurückgeholt und in ein Gefängnis in Deutschland gebracht zu werden - denn dies sei wohl eindeutig das kleinere Übel!


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