Erstmals in Sachsen: Letzte Ruhe im Wald

Damit Tote nicht mehr „reisen“ müssen ...
Damit Tote nicht mehr „reisen“ müssen ...

Wurzen - Weil sich der Freistaat jahrelang gegen Bestattungen in Friedwäldern sperrte, mussten Hunderte Sachsen ihre letzte Reise in ein anderes Bundesland antreten - und wurden somit nicht unter heimatlicher Erde bestattet. Jetzt endlich wird in Bennewitz bei Wurzen Sachsens erster Friedwald eingeweiht.

Letzte Ruhestätte unter einem schattigen Baum in einem friedlichen Wald - diesen Beerdigungstrend gibt es in Deutschland bereits seit 15 Jahren.

Man sucht sich schon zu Lebzeiten in einem Friedwald seinen Baum aus, in dessen Wurzelreich dann die Urne eingegraben wird. Als letztes Bundesland hat nun auch Sachsen diesen Weg ermöglicht.

Mitten im Wald wird eine Urnenbestattung vorgenommen. Den Baum hatte sich der Verstorbene vorher selbst ausgesucht.
Mitten im Wald wird eine Urnenbestattung vorgenommen. Den Baum hatte sich der Verstorbene vorher selbst ausgesucht.

Helge Hedtke von der FriedWald GmbH, die diese Bestattungen bundesweit organisiert: „Weil es in Sachsen nicht möglich war, brachten wir Hunderte sächsische Urnen nach Dessau oder Fürstenwalde in einen Friedwald. Dort haben sich auch 700 noch lebende Sachsen ihre letzte Ruhestätte ausgesucht.“

Im Juni soll nun Sachsens erster Friedwald in Bennewitz eingeweiht werden, das Landratsamt Leipzig gab endlich grünes Licht. Bürgermeister Bernd Laqua: „Wir haben ein 17 Hektar großes Waldstück für die Bestattungen vorgesehen. Derzeit werden noch ein Andachtsplatz und Parkplätze für die Trauergemeinde hergerichtet.“

Für die ersten Wochen rechnet der Bürgermeister auch mit einem regen Bestattungstourismus nach Bennewitz, zumal schon über hundert Sachsen auf der Warteliste eingetragen wurden.

Doch weitere Friedwälder sind geplant. Helge Hedtke: „Die nächsten Beratungen wird es in Kamenz geben.“


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