Erster Sachsen-Landrat will Wolfsrudel erschießen lassen





In Cunnewitz verlor ein Schäfer in diesem Monat an die 30 Tiere. Getötet wohl 
vom Rosenthaler Rudel.
In Cunnewitz verlor ein Schäfer in diesem Monat an die 30 Tiere. Getötet wohl vom Rosenthaler Rudel.  © Rico Löb

Bautzen- Immer wieder haben Wölfe in jüngster Zeit in Ostsachsen gewütet, Schafe getötet. Jetzt will der Bautzner Landrat Michael Harig (56, CDU) durchgreifen. Umweltminister Thomas Schmidt (55, CDU) müsse die Grundlagen schaffen, um das "Problemrudel“ zu töten!

Allein von August bis 12. Oktober haben Wölfe siebenmal Nutztiere angegriffen. Dabei wurden 48 Schafe getötet oder so verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten, so das Umweltministerium. Die Übergriffe werden dem Rosenthaler Rudel zugerechnet. Allein ein Schäfer verlor fast 30 Schafe.

Landrat Harig - der selbst Schafe hält - fordert nun vom Minister, die rechtlichen Grundlagen für eine Tötung des Rudels zu schaffen. Im Amtsdeutsch heißt das "Entnahme“. Harig verwies darauf, dass bei den betroffenen Schäfern der vorgeschriebene Herdenschutz vorhanden gewesen sei.

"Es ist mittlerweile unerträglich, wie falsch verstandener Artenschutz zulasten der ländlichen Nutztierhalter in Sachsen betrieben wird“, begründet Harig. "Die Wölfe des Rosenthaler Rudels verhalten sich abnormal“, so der Landrat. Selbst 140 cm hohe Zäune hätten sie übersprungen.

Das Ministerium sieht derzeit keine Möglichkeit, die Tiere zu töten. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür seien eng. Wenn ein Wolf immer wieder sachgerecht geschützte Tiere töte, müssten zunächst sichere Schutzmethoden gesucht werden. 

Das sei noch nicht ausgereizt, so Ministeriumssprecher Frank Meyer: "Als zusätzliche sichere Schutzmethode wurde bei dem betreffenden Nutztierhalter nach den letzten Wolfsübergriffen Flatterband eingesetzt.“ 

Seitdem hätte es keine Vorfälle mehr gegeben.

Landrat Michael Harig (56, CDU) reicht’s: Das ganze "Problem-Rudel“ soll weg. 
Doch das wird vorerst nicht passieren.
Landrat Michael Harig (56, CDU) reicht’s: Das ganze "Problem-Rudel“ soll weg. Doch das wird vorerst nicht passieren.  © Steffen Füssel




Die Tötung von Schafen durch Wölfe sorgt für Unruhe. Betroffene Schäfer haben 
aber Anspruch auf Entschädigung.
Die Tötung von Schafen durch Wölfe sorgt für Unruhe. Betroffene Schäfer haben aber Anspruch auf Entschädigung.  © DPA

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