Knapp 8000 Erstsemester - „Wir sind die anderen Neuen“

Am Donnerstag fand die Immatrikulation im Audimax statt.
Am Donnerstag fand die Immatrikulation im Audimax statt.

Von Katrin Richter

Dresden - Alle reden über Flüchtlinge. Dabei ist eine andere Gruppe von Neuankömmlingen in Dresden sogar noch größer: Insgesamt knapp 8000 Erstsemester haben sich für ein Studium an der Technischen Universität entschieden.

Kurios: Bald sollen beide auch noch Seite an Seite wohnen. Wir haben uns auf dem Campus bei den Neu-Dresdnern mal umgehört.

Die beliebtesten Fachrichtungen der exakt 7981 Erstsemester sind Maschinenwesen (15 Prozent), Mathematik/Naturwissenschaften (12%) und Erziehungswissenschaften (9,8%). 1445 Erstsemester kommen aus dem Ausland.

Darunter nutzen einige das WOMIKO-Angebot: Wohnen mit Kommilitonen soll die Kontaktaufnahme erleichtern.

Die Zeremonie war wieder einmal sehr feierlich.
Die Zeremonie war wieder einmal sehr feierlich.

Der Anteil ausländischer Studienanfänger stieg damit im Vergleich zum Vorjahr von 16,2 auf 18,1 Prozent. Zurückgegangen sind hingegen die Anfängerzahlen aus den alten Bundesländern.

Schuld daran könne das PEGIDA-Phänomen sein, vermutet Mathias Bäumel, stellvertretender Pressesprecher der TU Dresden. Dabei positioniert sich die Uni eindeutig für Weltoffenheit und Toleranz.

Stellt sogar Einrichtungen wie Turnhallen zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Mittlerweile konnten für einige Sportangebote der TU Ersatzstätten gefunden werden.

Demnächst ziehen Asylbewerber auch in die Neue Mensa mitten auf dem Campus. Kein Problem für die Studenten. Bäumel: „Viele engagieren sich. Eine Kollegin kümmert sich um die Koordinierung der Hilfsangebote.“

Auch die Wohnheime sind gut ausgelastet. Rund 20 Prozent aller Studienanfänger wohnen in Wohnheimen des Studentenwerks.

Und das sagen unsere Erstis

Katharina Rudolph (20, v.l.), Yida Wang (26), Dorian Kern (20), Yihan Jin (22), Til Seifert (19).
Katharina Rudolph (20, v.l.), Yida Wang (26), Dorian Kern (20), Yihan Jin (22), Til Seifert (19).

Yihan Jin (22) aus der Provinz Zhejiang/China, Umweltwissenschaften:
„Dresden hat einen guten Ruf und nach meinem Empfinden noch bessere Luft. Ich genieße Spaziergänge an der Elbe. Die Frauenkirche habe ich gleich als erstes besucht.“

Yida Wang (26) aus China, Landschaftsarchitektur:
„Ich habe großes Interesse an der deutschen Kultur. Das ist mein Zweitstudium. In Dresden lebe ich bereits seit zweieinhalb Jahren. Großes Heimweh habe ich nicht.“

Katharina Rudolph (20) aus Leipzig, Wirtschaftsingenieurwissenschaften:
„Seitdem ich in Dresden wohne, will ich kaum noch nach Hause. Auch wenn ich zunächst ein paar Schwierigkeiten hatte, einen Wohnheimplatz zu bekommen, bin ich jetzt in einem privaten Studentenapartment untergekommen.“

Til Seifert (19) aus Cottbus, Wirtschaftsingenieurwissenschaften:
„Die Kombination aus Stadt und Studiengang passt einfach. Mit Katharina und Dorian habe ich auch sofort Leute aus meinen Studiengang kennengelernt, mit denen ich mich top verstehe. Demnächst wird auch noch Dorian bei mir ins Wohnheim ziehen.“

Dorian Kern (20) aus Stuttgart, Wirtschaftsingenieurwissenschaften:
„Ich kenne viele Leute, die mir Dresden sehr empfohlen haben. Und wie soll man den negativen Schlagzeilen über PEGIDA besser gegensteuern, als direkt vor Ort zu sein. Durch Stuttgart 21 habe ich schon etwas Demo-Erfahrung gesammelt.“

Fotos: Marko Förster


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