Ertappt! Bachmann mogelt sich als Journalist ins Gericht

Ist Lutz Bachmann plötzlich einer vor der Lügenpresse?
Ist Lutz Bachmann plötzlich einer vor der Lügenpresse?

Von Steffi Suhr und Eric Hofmann

Dresden - Montags mit „Lügenpresse“-Shirt auf der PEGIDA-Bühne. Einen Tag später mit Presseausweis die Gerichtskontrolle umgehen...!

So sieht's aus: Lutz Bachmann (42) gab sich am Dienstag bei einem Prozess gegen einen Kumpel aus Freital als Journalist aus und präsentierte dazu ein Berufsverbands-Dokument. Einen Journalistenausweis. Doch damit dürfte es bald vorbei sein.

„Packt die Lügenpresse, wo es weh tut, beim Geld!“, rief PEGIDA-Boss Lutz Bachmann zum Boykott der Morgenpost auf. Auch die Sächsische Zeitung und andere Medien bekommen regelmäßig ihr Fett weg. Selbst der rechtskonservativen „Jungen Freiheit“ warf Bachmann schon Lügen vor.

Bachmann (li.) mit Lügenpresse-Shirt am Montag bei Pegida.
Bachmann (li.) mit Lügenpresse-Shirt am Montag bei Pegida.

Dabei zählt er sich offenbar selbst zur Berufssparte - wenn‘s ihm mal passt: Der PEGIDA-Gründer verdiente einst sein Geld mit Fotos, ist immer noch Mitglied im „Deutschen Foto-Journalisten-Verband“ (DFJ) und nutzt diesen Presseausweis offenbar weiterhin, um - wie am Dienstag - die Personenkontrollen im Gericht zu umgehen.

DFJ-Chef Bernd Degen (68) bestätigt gegenüber MOPO24, dass Bachmann noch immer den Presseausweis besitzt: „Er ist bei uns Mitglied. Aber erst vor Kurzem hat unser Vorstand einstimmig entschieden, ihm die Mitgliedschaft zu kündigen. Diese Hetzparolen von der Bühne gehen einfach gar nicht, ich werde ihn auch auffordern, den Ausweis zurückzuschicken. Allerdings läuft die Mitgliedschaft noch bis Ende des Jahres.“

Lutz Bachmann war am Dienstag für MOPO24 nicht zu erreichen.

Fotos: p.p./dpa


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