Neuer Kirchen-Skandal: Erzbischof soll Schutzbefohlenen missbraucht haben

Vallendar - Ein in Deutschland lebender ehemaliger chilenischer Erzbischof steht unter Missbrauchsverdacht.

Bei dem unter Missbrauchsverdacht stehenden Ex-Erzbischof soll es sich um den Chilenen Francisco José Cox handeln (Symbolbild).
Bei dem unter Missbrauchsverdacht stehenden Ex-Erzbischof soll es sich um den Chilenen Francisco José Cox handeln (Symbolbild).  © 123RF

Ende 2017 habe eine sich im Ausland aufhaltende Person bei der katholischen Priestergemeinschaft Schönstatt-Patres einen Vorfall angezeigt, der sich im Jahr 2004 ereignet haben soll, sagte Juan Pablo Catoggio, Generaloberer der Schönstatt-Patres, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zu dem Fall des Geistlichen, bei dem es sich um Francisco José Cox (84) handeln soll.

Laut einem Bericht der Welt am Sonntag wird dem Chilenen vorgeworfen, in Deutschland einen Schutzbefohlenen missbraucht zu haben.

Daraufhin habe man eine Untersuchung durch einen externen Beauftragten veranlasst sowie die Staatsanwaltschaft und die Diözese Trier informiert. Die Sache liege nun bei der Glaubenskongregation, einer Zentralbehörde der katholischen Kirche in Rom.

Bereits in der Zeit in Chile habe es in Verbindung mit dem damaligen Erzbischof Hinweise auf unangemessenes Verhalten im Umgang mit Jugendlichen gegeben. "Auch wenn es keine formelle Anzeige gab, hat unsere Gemeinschaft ihn zum Rücktritt von seinem pastoralen Amt bewogen", sagte Catoggio.

Der Ex-Erzbischof sei von 1997 an mit Verwaltungsaufgaben betraut worden und habe 2002 Chile verlassen. Auf Wunsch der Bischofsversammlung in Rom wurde der Mann im Zentralhaus der Schönstatt-Patres in Vallendar (Landkreis Mayen-Koblenz) aufgenommen.

Sein Gesundheitszustand sei schlecht, er zeige Anzeichen von Demenz. Das Bistum Trier erklärte, über die Ermittlungen informiert worden zu sein. Zwar lebe der emeritierte Erzbischof auf dem Gebiet des Trierer Bistums.

Der Fall liege aber nicht in dessen Zuständigkeit. "Gleichwohl begrüßen wir die Ermittlungen zur Klärung der Vorwürfe", sagte eine Sprecherin.

Titelfoto: 123RF


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