Erster Blick in den neuen Wismut-Stollen

Bad Schlema - Das letzte Großprojekt bei der Sanierung des Uran-Bergbau-Reviers Schlema-Alberoda ist abgeschlossen: Ein 1,1 Kilometer langer Entwässerungsstollen wurde für acht Millionen Euro neu gebaut.

Wismut-Mitarbeiter Bernd Dienelt (v.l.), Susann Krächan und Peter Wolff inspizierten am Dienstag den Neubau.
Wismut-Mitarbeiter Bernd Dienelt (v.l.), Susann Krächan und Peter Wolff inspizierten am Dienstag den Neubau.  © Wismut GmbH/Thomas Ackermann

Insgesamt kostet die Sanierung des größten sächsischen Wismut-Reviers 1,1 Milliarden Euro.

Durch den Wismut-Bergbau war das heutige Gelände des Kurparkes Bad Schlema um bis zu sechs Meter tief abgesackt. Im Untergrund rutschte auch der 500 Jahre alte Markus-Semmler-Stollen ab, der bis dahin das Grubenwasser des Silberbergbaus von Schneeberg in den Schlemabach leitete. "Seit den 50er-Jahren musste deshalb das Schneeberger Grubenwasser aufwendig abgepumpt werden. Das entfällt jetzt mit dem neuen Entwässerungsstollen", so Wismut-Sprecher Frank Wolf (57).

In ferner Zukunft sollen auch Wismut-Abwässer durch den Stollen fließen. Wolf: "Derzeit wird das Wasser aus den tiefer liegenden Wismut-Stollen über ein Rohrsystem zu einer Reinigungsanlage gepumpt und dann in die Zwickauer Mulde. Doch mit den Jahrzehnten nimmt die Verunreinigung durch Schwermetalle ab."

Auch die Entlüftung der Grube ist eine Langzeitaufgabe: "Die Luft wird über einen Abwetterschacht ins Freie geleitet, wo sich das Radon auf ungefährliche Werte verdünnt. Die kontrollierte Strömung soll Radonansammlungen im Bereich von Häusern verhindern", so der Sprecher.

Der neue Stollen übernimmt die Entwässerung des alten Schneeberger Silberreviers.
Der neue Stollen übernimmt die Entwässerung des alten Schneeberger Silberreviers.  © Wismut GmbH/Thomas Ackermann
Aus dem Mundloch in Bad Schlema fließen jede Stunde 570 Kubikmeter Grubenwasser.
Aus dem Mundloch in Bad Schlema fließen jede Stunde 570 Kubikmeter Grubenwasser.  © Maik Börner
Mit Radon belastete Grubenluft wird über diesen Abluftschacht aus der Tiefe abgesaugt.
Mit Radon belastete Grubenluft wird über diesen Abluftschacht aus der Tiefe abgesaugt.  © Wismut GmbH/Thomas Ackermann

Titelfoto: Wismut GmbH/Thomas Ackermann


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