Aue lässt sich von Dynamo abschlachten: Lila-Pause dauert 90 Minuten

Tor für Dynamo Dresden. Florian Ballas (23, Dresden) erzielt den Treffer zum 3:0.
Tor für Dynamo Dresden. Florian Ballas (23, Dresden) erzielt den Treffer zum 3:0.  © Picture Point

Dresden - Das, liebe Leute, war ein Offenbarungseid. Selbst dieses Wort ist zu freundlich gewählt. Das war eine Lila-Pause, die 90 Minuten dauerte. Aue ließ sich vor 30.453 Zuschauern im DDV-Stadion abschlachten, verlor gegen Dresden 0:4 (0:0) - und war damit noch gut bedient. Einen positiven Fakt wird es in diesem Spielbericht nicht geben.

Eine Chance durch einen Lattenkopfball von Nicolai Rapp (28.) nach einem Freistoß von Christian Tiffert - das reichte nicht, um Dynamo zu schlagen. Das reicht auch nicht, um in dieser Liga zu bestehen. Das war traurig. Es gab Zeiten, da kamen die Auer Spieler vom Platz und erklärten: "Wir hatten einen Plan und haben diesen umgesetzt." Das war vor einem halben Jahr. Derzeit muss man so ehrlich sein und sagen, der FCE hat keinen. Sich mit fünf Abwehrspielern und zwei defensiven Sechsern hinten rein zu stellen und zu hoffen, dass nix schief geht - das kann es nicht sein. Bei Dynamo war es genauso. Nur: Es ging schief und das gewaltig.

Niklas Hauptmann (36, Dresden) und Calogero Rizzuto (20, Aue).
Niklas Hauptmann (36, Dresden) und Calogero Rizzuto (20, Aue).

Lattenschuss Erich Berko (4.), Kopfball Florian Ballas und Giganten-Parade Martin Männel (15.), Lattenkopfball Marco Hartmann (16.) - Dynamo brannte gegen orientierungslose Auer ein Feuerwerk ab. Bis jetzt hielt das Glück, aber der FCE wachte nicht auf. Alle drei Warnschüsse verhallten ungehört. Und wer nicht hört, muss fühlen: Als Haris Duljievic ohne Gegenwehr flanken und Lucas Röser (21.) unbedrängt einköpfen konnte, nahm das Unheil seinen Lauf. Eine Frage zum 0:1: Wo war da die Abwehr der Gäste? Antwort: Irgendwo, nur nicht präsent.

Offensiv boten die "Veilchen" nichts. Die Angriffe sahen in etwa so aus: Pass von Clemens Fandrich auf Pascal Köpke (10.). Der drang in den Strafraum und passte in die Mitte. Und da war keiner. Der nächste Lila-Kicker stand 25 Meter hinter Köpke. Wahnsinn!

Dresden machte das anders, hatte es aber auch leicht. Beim 2:0 spielte Dynamo um den Auer Strafraum wie beim Handball. Keiner wagte auch nur einen Schritt in Richtung eines Schwarz-Gelben, Rico Benatelli (44.) nutzte das, zog aus 18 Metern ab. Ausgerechnet Benatelli. Frage: Wo war da die Abwehr? Antwort: Nicht da.

Nach der Pause hatte der FCE Anstoß, 45 Sekunden später lag der Ball bei Männel im Netz. Einen Eckball von Philip Heise köpfte Florian Ballas völlig frei ein. Frage: Wo war da die Abwehr? Antwort: Nirgendwo. Gleiches beim 0:4 (75.). Unbedrängt konnte sich Dresden den Ball im Strafraum hin und her schieben, ehe Eric Berko einschoss. Die Frage nach der Abwehr erübrigt sich.


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