Der große Aue-Gegner-Check: So viel Zeit steckt FCE-Trainer Meyer in die Analyse

Aue - Manuel Baum ist Trainer des Bundesligisten FC Augsburg. In einem Interview sagte er neulich, er brauche 100 Stunden Vorbereitungszeit auf den nächsten Gegner.

Da bleibt nichts verborgen: Mit so einem Kamerateleskoparm werden die Auer Profis im Training gefilmt.
Da bleibt nichts verborgen: Mit so einem Kamerateleskoparm werden die Auer Profis im Training gefilmt.  © picture point/Sven Sonntag

Also mehr als vier komplette Tage. Ein erstaunlicher Fakt, über den FCE-Coach Daniel Meyer schmunzelt: "So viel Zeit habe ich gar nicht."

Dennoch ist auch seine Vorbereitung sehr akribisch. Es ist nicht so, dass ein Trainer zwei bis drei Stunden auf dem Trainingsplatz steht und dann heim fährt.

"Einen Zehn-Stunden-Tag habe ich schon", lacht Meyer.

Es gehört gerade während einer Meisterschaftsphase viel mehr dazu als nur Training. Gerade im Vorfeld einer Partie. Da ist die Zeit auf dem Platz die geringste.

"Zum einen schaue ich mir unseren nächsten Gegner gern selbst an. Zudem haben wir mit Phillip Alsleben einen jungen Mann, der die letzten drei Spiele des kommenden Gegners per Video studiert und mir das Wichtigste herausfiltert.

Da geht es vor allem darum, wie verhält sich der Gegner bei Ballbesitz, wie ohne Ball, wie sieht die Grundformation aus und solche Dinge.

Im Trainerteam schauen wir uns das dann nochmal an und tauschen uns aus. Sind wir mit allem zufrieden, zeigen wir es dann der Mannschaft", erklärt der 39-Jährige.

Die Videoanlayse - wie hier im Trainingscamp in der Türkei - gehört zum Arbeitsalltag der Auer Spieler.
Die Videoanlayse - wie hier im Trainingscamp in der Türkei - gehört zum Arbeitsalltag der Auer Spieler.  © picture point/Sven Sonntag

Wie viel Zeit das in Anspruch nimmt, ist unterschiedlich. "Es gibt Gegner, da brauche ich nicht so viel Zeit fürs Studium. Bei Union zum Beispiel wusste ich, die richten sich nur auf den Gegner aus, versuchen dessen Spiel zu zerstören. Dann gibt es aber Mannschaften, die lassen sich immer wieder Neues einfallen. Daher fällt der Rückblick auch auf die drei letzten Spiele."

Für Magdeburg hat sich Meyer viel Zeit genommen, auch weil er in der Winterpause die Gelegenheit hatte. "Neuer Trainer, neue Spieler. Da musst du schon genauer hinschauen. Das dauert dann halt länger."

Für die Profis selbst heißt es kurz vor den Spieltagen: sehen, hören, trainieren.

"Oft bekommen sie auch Hausaufgaben mit, können sich das Wichtigste auf ihren Smartphones nochmal anschauen, was sie auch machen", so Meyer.

"Meist zwei Tage vor einem Spiel folgt das Videostudium für alle. Wir stecken danach die großen Eckpunkte im Training ab, stellen die gegnerische Formation mit Dummys auf. Dort zeigen wir praktisch Wege und Lösungen, filmen auch das nochmal und werten es aus."

Das Studieren des Gegners ist für Meyer wichtig, aber nicht das Wichtigste: "Wir sind in den letzten Spielen gut damit gefahren, nur auf uns zu schauen und nicht so sehr auf den Kontrahenten. Wir wollen unsere Philosophie durchdrücken - siehe Union. Da hat alles überragend geklappt. Trotzdem ist es gut, wenn wir die Besonderheiten der Kontrahenten kennen."

Der Videoexperte des FCE: Phillip Alsleben ist ein wichtiger Bestandteil des Auer Teams.
Der Videoexperte des FCE: Phillip Alsleben ist ein wichtiger Bestandteil des Auer Teams.  © picture point/Sven Sonntag

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