Aue Trainer Meyer: "Ich kann es aus dem Stehgreif nicht sagen"

Aue - Daniel Meyer setzte sich nach der Pressekonferenz in Paderborn zu "seinen" Medienleuten, stützte die Ellenbogen auf den Tisch, vergrub sein Gesicht in den Händen und seufzte: "Ich habe keine Erklärung dafür."

Das Tor des Tages in Paderborn: Bernard Tekpetey (2.v.r.) zieht ab, der Rettungsversuch von Dennis Kempe (r.) kommt zu spät.
Das Tor des Tages in Paderborn: Bernard Tekpetey (2.v.r.) zieht ab, der Rettungsversuch von Dennis Kempe (r.) kommt zu spät.  © Imago

Gefragt wurde er, warum Aue in der englischen Woche dreimal die erste Hälfte völlig verschlief.

Dreimal ging es mit einem 0:1 in die Pause. In Duisburg drehte der FCE die Partie noch, daheim gegen Sandhausen und in Paderborn gelang das nicht.

Drei Punkte aus der Woche - zu wenig, um aus dem Keller zu kommen. Zu wenig für die eigenen Ansprüche.

Nach acht Spielen sieben Punkte - das ist genauso schwach wie in der Saison 2014/15, da stieg der FC Erzgebirge ab.

Daher sollten die Alarmglocken ziemlich laut schrillen. Die "Veilchen" müssen in die Pötte kommen.

Die nächsten Gegner sind am Sonnabend Kiel und nach der Länderspielpause fährt Aue nach Dresden. Es geht also gegen keine Laufkundschaft.

Meyer muss Lösungen finden, dass seine Mannen ab der 1. und nicht erst ab der 46. Minute funktionieren. Nach dem Pausentee ist es meist schon zu spät. Momentan sucht er noch verzweifelt nach Gründen: "Ich kann es aus dem Stehgreif nicht sagen, woran es liegt", so Meyer.

FCE-Coach Daniel Meyer guckte nach der Partie in Paderborn nachdenklich. Wieder hatte seine Mannschaft die erste Halbzeit verschlafen.
FCE-Coach Daniel Meyer guckte nach der Partie in Paderborn nachdenklich. Wieder hatte seine Mannschaft die erste Halbzeit verschlafen.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Vielleicht ist es auch ein Fehler, wenn wir sagen, okay, wir gucken mal, stehen etwas tiefer, dass wir das mit Passivität verwechseln. Wir stehen nicht richtig dran an den Gegnern. Wir verlieren ganz einfach zu viele Zweikämpfe, das muss man so offen sagen. Das müssen wir uns anlasten, die Grundanspannung ist von Beginn an einfach nicht da gewesen", analysierte der Trainer und verwies auf die zweite Hälfte:

"Mit welcher Präsenz zum Beispiel Dennis Kempe in jeden Ball gefegt ist. Dann war alles da, was wir fordern." Aber eben 45 Minuten zu spät.

Auf die mögliche fehlende Qualität seiner Mannschaft will er es nicht schieben. "Die Mannschaft hat Potenzial, die ist gut. Nur ruft sie das nicht dauerhaft ab."

Meist erst dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Und das ständige Anrennen und Hinterherlaufen kostet Kraft und Nerven - und die liegen mittlerweile ziemlich blank.


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