Aues Nazarov polarisiert und strotzt vor Selbstvertrauen!

Aue - Er polarisiert wie kein anderer im Auer Team, das weiß er auch selbst. Doch er stört sich nicht daran. "Ich bekomme das schon mit, wenn gepfiffen oder geschimpft wird. Das beschäftigt mich ein, zwei Tage, dann geht es von vorn los. Treff' ich im nächsten Spiel, bin ich der Held. Das ist halt so im Fußball", sagt Dimitrij Nazarov.

März 2017: Dimitrij Nazarov überwindet VfL-Torhüter Manuel Riemann per Elfmeter.
März 2017: Dimitrij Nazarov überwindet VfL-Torhüter Manuel Riemann per Elfmeter.  © Imago

Samstag (13 Uhr) in Bochum will er wieder mal Held sein.

Was die Fans lieben: Wenn schon alle Kinder in den Brunnen gefallen sind, ist es am ehesten Nazarov zuzutrauen, sie wieder herauszuholen.

Oft genug hat er es schon getan. Wenn einer spät trifft, dann er. Weil er eben auch mal was Verrücktes versucht und macht. Zuletzt bei seinem 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit gegen Kiel.

Was die Fans - höflich formuliert - nicht mögen, ist Nazarovs Theatralik. Verbiegen will der sich deshalb aber nicht. Das Gesamtpaket macht ihn unberechenbar - wenn er gut drauf ist.

"Das bin ich", sagt der 28-Jährige selbstbewusst: "Ich bin fit, fühle mich gut."

Obwohl er in den letzten zwei Wochen 8500 km quer durch Europa gejettet ist. Erst das Nations-League-Spiel gegen die Färöer, das er mit Aserbaidschan 2:0 gewann und das 1:0 erzielte, dann der Auftritt in Pristina gegen den Kosovo, der mit 0:4 verloren ging.

Szene aus dem bislang letzen Spiel zwischen Aue und Bochum im April beim VfL: Dimitrij Nazarov (vorn) beim Kopfballduell mit Robert Tesche.
Szene aus dem bislang letzen Spiel zwischen Aue und Bochum im April beim VfL: Dimitrij Nazarov (vorn) beim Kopfballduell mit Robert Tesche.  © Imago

Mittwoch dann Heimreise, Donnerstag die erste Trainingseinheit in Aue. Zuvor ließ er sich auf der Massagebank die müden Muskeln wieder wachkneten.

"Ich bin Nationalspieler, ich bin es sehr gern. Da ist das eine normale Belastung. Das stecke ich weg", ist Nazarov überzeugt. Auch die herbe Niederlage und den damit verpassten Aufstieg mit Aserbaidschan.

"Der war unser Ziel, dafür hätten wir gewinnen müssen. Wir haben in der ersten Minute das 0:1 kassiert, in der zweiten Hälfte den Faden verloren. Das war schon ärgerlich. Jetzt geht aber der Blick nach vorn, der nächste Schritt ist die EM-Quali."

Typisch "Dima": Er blickt sofort in die Zukunft. Und die heißt jetzt auch Bochum. "Ich habe gelesen, der Trainer setzt auf mich. Das freut mich natürlich. Das ist das Wichtigste überhaupt. Er weiß, was er an mir hat."

Dieser Satz zeugt von Selbstvertrauen. Das will Nazarov heute in Bochum zeigen und mit seiner Elf siegen. "Genau", lacht er.

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