Erzgebirge Aue: Schuster sortiert Defensive bei Standards neu

Aue - Jetzt reicht's! Der FC Erzgebirge ließ in den letzten Wochen viele Zähler liegen, weil er gegnerische Standards nicht in den Griff bekam. Diese extreme Anfälligkeit bei ruhenden Bällen treibt den "Kumpelverein" um. Die bisher gängige Verteidigung steht auf dem Prüfstand und wird wohl umgekrempelt.

FCE-Coach Dirk Schuster schaut nicht glücklich, wenn er an die nervende Standardschwäche seiner Mannschaft denkt.
FCE-Coach Dirk Schuster schaut nicht glücklich, wenn er an die nervende Standardschwäche seiner Mannschaft denkt.  © dpa/Guido Kirchner

Das Fass zum Überlaufen brachte die Hannover-Partie (2:3). Keeper Martin Männel wurde danach deutlich: "Letztendlich verlieren wir die Partie auch durch zwei Standards. Da müssen wir uns schon hinterfragen. Irgendetwas scheinen wir falsch zu machen."

Es war nicht das erste Mal, dass die Veilchen wertvolle Punkte liegen ließen. In Darmstadt (0:1) und Karlsruhe (1:1) rumpelte es nach Eckbällen, gegen Heidenheim (1:1) infolge eines schlecht verteidigten Einwurfs. In Hannover kamen je ein Gegentreffer nach Eckball und Freistoß dazu. Bricht man es auf diese Szenen herunter, gingen acht Zähler verloren.

Coach Dirk Schuster reicht's jetzt mit den Standard-Gegentoren. Er gibt Männel recht, erklärt: "Als ich mit meinem Trainerteam angetreten bin, haben wir in die Mannschaft hineingehört: Sie hat sich mit der reinen Raumdeckung wohler gefühlt. Da wollten wir nichts künstlich von außen aufsetzen. Seit einiger Zeit fallen aber zu viele Gegentore, sodass wir über andere Lösungen nachdenken und sie gemeinsam mit dem Team erarbeiten müssen."

Schuster war selbst Typ "Terrier"

Bei Standards - wie hier einem Eckball beim Spiel in Darmstadt - sind die Veilchen in dieser Saison noch zu anfällig.
Bei Standards - wie hier einem Eckball beim Spiel in Darmstadt - sind die Veilchen in dieser Saison noch zu anfällig.  © Picture Point/Roger Petzsche

Konkret schwebt ihm eine Kombination aus Mann- und Raumdeckung vor. "Das ist eine bewährte Praxis im Profifußball. Unter anderem fuhren wir damit auch in der Bundesliga mit Darmstadt gut", so Schuster.

Warum? Raumdeckung ordnet jedem Spieler eine konkrete Verteidigungszone zu. Gleichzeitig werden bestimmte Gegenspieler zugedeckt, damit sie nicht volles Ballett zum Kopfball gehen. Schuster: "Wenn der kopfballstarke Angreifer aus vollem Lauf kommt und auf einen Verteidiger in Raumdeckung trifft, besitzt er klare Vorteile, weil sein Gegner nur aus dem Stand zum Kopfball geht. Steht der Verteidiger aber von Beginn an am Mann, geht er den Laufweg mit, kann den Angreifer dadurch bearbeiten und am freien Kopfball hindern."

Als aktiver Profi war Schuster genau dieser Typ "Terrier", der seinen Gegner nie aus den Augen ließ und ihm, wenn nötig, 90 Minuten auf den Füßen stand. Genau diese Verteidigung stünde Aue bei Standards auch gut zu Gesicht!

Praktiziert wurde sie schon mal in Karlsruhe. Da griff Schuster im Spiel korrigierend ein und ließ Daniel Gordon sowie Philipp Hofmann in Manndeckung nehmen.

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