Aue am Abgrund: Ist Stipic noch der Richtige?

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Das 0:3 gegen schwache Aalener ist der Tiefpunkt seit dem Abstieg 2008! In Aue brennt der Baum.

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Einige werfen wir jetzt einfach mal in den Raum und versuchen uns an Antworten.

Keine gute Idee: Durch den Torwartwechsel verunsicherte Stipic (links) im Abstiegskampf beide Keeper.
Keine gute Idee: Durch den Torwartwechsel verunsicherte Stipic (links) im Abstiegskampf beide Keeper.

Wollte Tommy Stipic in Aalen überhaupt gewinnen?

Böse Frage! Wäre schlimm, wenn nicht. „Wenn wir untergehen, dann mit Überzeugung“, könnte aber das Motto gewesen sein. Stipic rotierte seine Mannschaft in die Niederlage. Für Sperren und Verletzungen kann der Trainer nichts (oder doch?), aber er stellte nicht die momentan stärkste Elf auf. „Der Plan ging schief“, gab er selbst zu.

Warum tauschte Stipic im Tor?

Er wollte Reizpunkte schaffen. An „Kirsche“ lag die Niederlage nicht, auch wenn er bei der Ecke zum 0:2 aus seinem Tor raus muss. Klar, Martin Männel machte zuletzt in der Spieleröffnung einige Fehler. Aber in solch einer Situation im dicksten Abstiegskampf mache ich nicht eine Baustelle auf, wo keine ist. Jetzt hat Stipic zwei verunsicherte Keeper.

Marcin Sieber wurde in Aalen ins kalte Wasser geschmissen. Stipic tat dem Nachwuchs mit seiner Experimentierfreudigkeit keinen Gefallen.
Marcin Sieber wurde in Aalen ins kalte Wasser geschmissen. Stipic tat dem Nachwuchs mit seiner Experimentierfreudigkeit keinen Gefallen.

Warum bringt der Trainer in diesem so wichtigen Spiel mit Marcin Sieber und Thomas Sonntag zwei 19-Jährige?

Das ist die meist gestellte Frage. Stipic experimentiert gern, wohl auch aus seinen Erfahrungen als Jugendtrainer heraus, wo er ständig zum Spielertausch gezwungen war.

Bei einer „U23“ juckt es aber nicht, wenn mal ein Versuch misslingt, hier schon, weil nicht weniger als die Zukunft auf dem Spiel steht. Sieber erfuhr erst wenige Stunden vor dem Spiel, dass er beginnen wird.

Sonntag wurde Ende der Woche gar erst bei der DFL nachgemeldet. Das sind zwei Talente, zweifellos. Aber sie wussten gar nicht, wie ihnen geschieht.

Das Experiment war schon vor Spielbeginn zum Scheitern verurteilt, 2. Liga ist kein „U19“-Regionalliga-Fußball. So experimentiert er Aue in die 3. Liga.

Rico Benatelli kann einem leid tun. Er musste zwei 19-Jährigen weichen.
Rico Benatelli kann einem leid tun. Er musste zwei 19-Jährigen weichen.

Warum spielte Rico Benatelli nicht?

Nächste gute Frage. Benatelli kann einem leid tun. Er hat gegen Ingolstadt nicht gut gespielt, das stimmt. Aber jetzt musste er in größter Personalnot auch noch zwei 19-Jährigen weichen.

Das ist mental nicht förderlich, der Junge ist am Boden zerstört, wird zerstört und soll gegen Fürth womöglich wieder Leistung abliefern - funktioniert nicht. Wie Benatelli ging es zuvor u. a. schon Dorian Diring, Thomas Paulus, Nils Miatke und Patrick Schönfeld.

Ist Stipic noch der Richtige?

Zum jetzigen Zeitpunkt: Klares Nein. Er wirkt überfordert, legt seinen Jugend-Trainerstil nicht ab und verunsichert mit seinen Rochaden seine Spieler. Er jubelt sie erst hoch, lässt sie fallen und wenn er denkt, jetzt braucht er sie wieder, jubelt er sie wieder hoch. Es ist keine klare Linie erkennbar. Seine Parolen wirken zudem abgenutzt.

Wird jetzt Präsident Helge Leonhardt eingreifen?

Er muss! Problem: Der Vertrag von Tommy Stipic wurde gerade erst um zwei Jahre verlängert.

Könnte Falko Götz zurückkommen?

Klar, er hat ja noch einen Vertrag bis Ende Juni. Wäre aber ehrlich gesagt ein Armutszeugnis für den FCE.

Könnte Ex-Trainer Falko Götz zurückkommen? Theoretisch ja, praktisch mehr als unwahrscheinlich.
Könnte Ex-Trainer Falko Götz zurückkommen? Theoretisch ja, praktisch mehr als unwahrscheinlich.

Fotos: Picture Point/Sven Sonntag, dpa/Stefan Puchner


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