Experte verrät: Wölfe in Sachsen keine Seltenheit mehr

Auf der Lauer: Jäger Gerhard Bräuer (66) mit seinem Deutschen Wachtelhund Kari vom Auberg (8 Mon) vermutet im Forstrevier um Grumbach bei Jöhstadt Wölfe.
Auf der Lauer: Jäger Gerhard Bräuer (66) mit seinem Deutschen Wachtelhund Kari vom Auberg (8 Mon) vermutet im Forstrevier um Grumbach bei Jöhstadt Wölfe.  © Uwe Meinhold

Jöhstadt - Wölfe hinterlassen ihre Spuren im Erzgebirge - und lösen damit Begeisterung und Entsetzen gleichermaßen aus. Viele diskutieren über Isegrims Rückkehr, nur wenige haben Ahnung.

Gerhard Bräuer (66) kann die Spuren der Wölfe lesen. Er weiß: Das vor wenigen Wochen bekannt gewordene Foto eines Wolfes, das bei Tellerhäuser in eine Fotofalle getappt war, ist kein Zufall. "Wölfe, die durch die Wälder des Erzgebirges streifen, sind keine Seltenheit mehr", sagt der erfahrene Jäger. "Vor drei Jahren habe ich das erste Mal Spuren im Schnee gefunden. Seitdem tauchen Wölfe regelmäßig bei uns auf. Sie stammen vermutlich aus Abertamy in Tschechien, wo ein Rudel mit über 20 Tieren lebt."

Vor allem im Winter stößt Gerhard Bräuer auf Überreste von Wild, das von Wölfen gerissen wurde: "Manchmal werden Rehe übers Feld bis zum Waldrand geschleift. Das schafft kein Fuchs.

Wölfe suchen durch ihre Beute immer wieder die Nähe zu Ortschaften

Isegrimm ist im Wald bei Tellerhäuser (bei Oberwiesenthal) in eine Fotofallegetappt.
Isegrimm ist im Wald bei Tellerhäuser (bei Oberwiesenthal) in eine Fotofallegetappt.  © Staatsbetrieb Sachsenforst/TU Dresden

Auf solche Funde reagiert mein Hund ganz anders. Er brummt und will den Ort schnell wieder verlassen." Wenn Wölfe in der Nähe sind, ändern auch Rehe ihr Verhalten. Bräuer: "Sie stehen unruhig und in größeren Gruppen zusammen, suchen die Nähe von Ortschaften." Genau das hält der Jäger für ein Problem: "Es ist eine Frage der Zeit, bis die Wölfe am Ortsrand Kleintierhaltung als gedeckten Tisch entdecken."

Wer jetzt hofft - oder bangt -, ihm könnte beim Pilzesammeln ein Rudel Wölfe begegnen, der irrt: "Im Erzgebirge fehlt den Tieren die Ruhe, um sich als Rudel anzusiedeln. Es gibt viele Ortschaften und durch den Tourismus sind in den Wäldern viele Menschen unterwegs."

Der Umgang mit dem Wolf wird demnächst auch im Landtag wieder diskutiert: Am Freitag endet eine aktuelle Petition, in der knapp 18.000 Unterstützer die Begrenzung der Wolfspopulation fordern, darunter auch 300 Erzgebirger und Vogtländer. Mandy Schneider

Er ist wieder da: Der Wolf ist im Erzgebirge gesichtet worden.
Er ist wieder da: Der Wolf ist im Erzgebirge gesichtet worden.  © 123RF

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