Kreisliga-Fußball: Schiedsrichter gewürgt und auf den Boden gedrückt

Gornau - Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wurde ein Spiel im Fußball-Kreisverband Erzgebirge wegen Gewalt gegen den Schiedsrichter abgebrochen.

In Gornau wurde ein Schiedsrichter attackiert (Symbolbild).
In Gornau wurde ein Schiedsrichter attackiert (Symbolbild).  © sportgraphic /123RF

Es war die 49. Minute: Der SV Heidersdorf spielte gegen den SV Germania Gornau, als ein Germania-Spieler offenbar die Beherrschung verlor.

Weil er mit einer Gelben Karte nicht einverstanden war, legte er sich auf den Rasen und schrie - wahrscheinlich um sich gegen den gefoulten Heidersdorfer lustig zu machen. Das berichtet die Freie Presse.

Dafür zückte Schiedsrichter Nick Tautermann Gelb-Rot. Das muss den Germania-Kicker so wütend gemacht haben, dass er den Schiedsrichter würgte und zu Boden drückte. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen.

Der Verein äußerte sich anschließend auf Facebook zum Vorfall: "WIR als Germania Gornau distanzieren uns von jeglicher Gewalt auf und auch neben dem Fußballplatz und verurteilen dies auf's Schärfste. Wir alle, egal ob Germania Gornau, unsere Gegner sowie die Unparteiischen, betreiben diesen Sport aus Liebe zum Fußball. Das sind auch die Werte, die wir vermitteln möchten."

Zu den Einzelheiten könne sich der Verein nicht äußern.

Weitere Schiedsrichter-Attacke im Erzgebirge

Bei der Partie SpVgg Neundorf/Wiesenbad gegen den SV Olbernhau kam es ebenfalls zu Übergriffen auf einen Schiedsrichter.
Bei der Partie SpVgg Neundorf/Wiesenbad gegen den SV Olbernhau kam es ebenfalls zu Übergriffen auf einen Schiedsrichter.  © 123RF / Milos Stojanovic

Dieser Vorfall ist nicht der einzige - wenige Wochen zuvor kam es in der Kreisliga-Partie zwischen der SpVgg Neundorf/Wiesenbad und der SV Olbernhau ebenfalls zu einer Attacke auf einen Schiedsrichter.

Das Match wurde ebenfalls abgebrochen.

Der Schiedsrichter-Assistent wurde von Zuschauern verbal und nach eigenen Aussagen auch körperlich angegriffen. Die Folge: Die Partie wurde mit einem 2:0 für Olbernhau gewertet.

"Jahrelang sind wir von solchen Vorfällen verschont geblieben. Aber wir waren nicht so blauäugig zu glauben, dass es nie passieren wird", sagte Jens Breidel, Geschäftsführer vom Kreisverband Fußball Erzgebirge e.V. der Freien Presse. Diese Vorfälle könnten nun auch im Erzgebirge häufiger werden.

Maßnahmen wurden bereits getroffen: Ein offener Brief des DFB-Präsidenten Fritz Keller zum Thema "Gewalt gegen Schiedsrichter" wurde nun an alle Vereine im Erzgebirge weitergeleitet. Auch ein Brief des Schiedsrichterausschuss des Kreisverbandes ist auf dem Weg ins Erzgebirge.

Ausschussvorsitzender Thomas Renner sagte der Freien Presse: "Wir wollen die Vereine dafür sensibilisieren, dass dieses Problem nur miteinander zu lösen ist." Auch wenn die Schiedsrichter Fehler machen, sollten alle Beteiligten darauf achten, wie sich ihr Verhalten auf andere auswirkt, so Renner.

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