Erzgebirge hofft auf Welterbe-Titel: Unesco entscheidet im Juli

Erzgebirge - Vor 20 Jahren wurde die Bergbauregion Erzgebirge auf die Vorschlagsliste für den Welterbe-Titel gesetzt. Nun entscheidet sich, ob die Bewerbung Erfolg hat.

Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge.
Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge.  © Uwe Meinhold

Welterbe ja oder nein: In drei Wochen fällt die Entscheidung, ob das Erzgebirge den Titel erhält. Mit großer Spannung erwarte die Montanregion die 43. Unesco-Jahrestagung in Baku in Aserbaidschan, sagte Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, auf dpa-Anfrage. Die Unesco prüft dabei den Erhaltungszustand von 166 eingeschriebenen Stätten und entscheidet über 38 Nominierungen, darunter drei aus Deutschland. Dieser Tagesordnungspunkt ist laut Lißke für das Wochenende vom 6. bis 7. Juli angesetzt.

"Wenn alles ganz schnell geht, sind wir an diesem Samstag oder Sonntag in 20 Minuten durch - 20 Jahre nachdem wir auf die Vorschlagsliste gesetzt wurden", so Lißke. Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří bewirbt sich auf sächsischer Seite mit 17, auf tschechischer Seite mit fünf Bestandteilen um den Titel. Hinter der grenzüberschreitenden Bewerbung stehen insgesamt 32 Städte und Gemeinden.

Seit 1998 träumt das Erzgebirge den Traum vom Unesco-Welterbe. 2019 soll das Warten ein Ende haben. Der Frohnauer Hammer ist ein Teil der Bewerbung.
Seit 1998 träumt das Erzgebirge den Traum vom Unesco-Welterbe. 2019 soll das Warten ein Ende haben. Der Frohnauer Hammer ist ein Teil der Bewerbung.

Anfang 2018 hatte die Region einen überarbeiteten Antrag eingereicht. Zuvor hatte die Bewerbung 85 Bestandteile gehabt. Diese wurde jdoch vom Weltdenkmalrat (Icomos) beanstandet, woraufhin das Erzgebirge seinen Antrag zurückzog.

Im zweiten Anlauf sprachen sich die Experten für das Erzgebirge aus und gaben dem Welterbekomitee eine entsprechende Empfehlung. "Daher sind wir sehr optimistisch, weil ein so eindeutiges Votum ein großes Pfund ist", sagte Lißke.

Dementsprechend laufen im Hintergrund die Vorbereitungen auf den möglichen Titelgewinn: Unter anderem sollen rund 100 Großplakate ausgetauscht werden, die bislang verkünden, dass die Region auf dem Weg zum Welterbe ist. Nach der Ernennung soll es dann heißen "Wir sind Welterbe". Zudem werde für den Fall des Falles bereits die offizielle Übergabe der Welterbe-Urkunde vorbereitet. Läuft alles nach Plan, feiern rund 1000 Bergmänner am 14. September auf dem Freiberger Obermarkt den Titelgewinn mit einem großen Zapfenstreich, so Lißke.

Die Tagung wird live im Internet übertragen. Außerdem wird eine deutsch-tschechische Delegation aus dem Erzgebirge vor Ort sein, begleitet von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Holt die Region am ersten Juli-Wochenende den Titel, werde eine Festveranstaltung in Olbernhau (7. Juli) zur Wiederbelebung der Bergbrüderschaft kurzerhand zur Siegesfeier umfunktioniert. Des Weiteren werde aktuell noch eine Welterbe-App für die Montanregion programmiert.

Die Unesco-Welterbeliste gibt es seit 1978. Derzeit führt sie 1092 Stätten in 167 Ländern. Deutschland zählt aktuell 44 Welterbestätten. In Sachsen ist bislang nur der Muskauer Park darunter.

Blick auf die Stadt Annaberg-Buchholz mit der Kirche St. Annen.
Blick auf die Stadt Annaberg-Buchholz mit der Kirche St. Annen.  © DPA

Titelfoto: DPA

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