Widerstand gegen Streichpläne bei Erzgebirgsbahn!

Der Streit um die Erzgebirgsbahn schwelt weiter.
Der Streit um die Erzgebirgsbahn schwelt weiter.

Von Torsten Schilling

Chemnitz/dresden - Das Vergabe-Verhalten des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) bei der Ausschreibung des Dieselnetzes Erzgebirge hat die Landespolitik um Verkehrsminister Martin Dulig (41, SPD) erreicht.

Am Donnerstag treffen sich Vertreter von Erzgebirgsbahn, Wirtschaftsministerium, VMS und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Dresden. Der EVG gehe es um die Art und Weise der Ausschreibung durch den VMS. „Es müssen alle Beteiligten mal an einen Tisch, damit wir einen Erkenntnisstand haben“, so EVG-Geschäftsstellenleiter Volker Linke (59).

Der VMS will Ende 2017 die Bahnlinie von Chemnitz nach Aue kappen. Züge sollen nur noch bis Thalheim fahren. Im Erzgebirge regt sich dagegen Widerstand. Aues Oberbürgermeister Heinrich Kohl (59, CDU) kritisiert dies als „Unfug“.

Die Problematik um die Erzgebirgsbahn hat nun auch Verkehrsminister Martin Dulig (41, SPD)  erreicht.
Die Problematik um die Erzgebirgsbahn hat nun auch Verkehrsminister Martin Dulig (41, SPD) erreicht.

Der VMS hatte die Ausschreibung am 23. Dezember veröffentlicht. Unter anderem soll die jährliche Fahrleistung gekürzt werden. Der VMS spricht von 500.000 bis 2 Millionen Kilometer pro Jahr.

Die Züge der Erzgebirgsbahn legen derzeit 2,4 Millionen Kilometer im Jahr zurück - auf den Strecken Chemnitz-Olbernhau, Chemnitz-Aue, Chemnitz-Annaberg und Zwickau-Johanngeorgenstadt.

„Das EU-Vergaberecht gibt die Möglichkeit, den Ende 2017 auslaufenden Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen zu verlängern“, sagt VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus (59). „Von dieser Möglichkeit wollten wir Gebrauch machen. Das Angebot wurde von der Erzgebirgsbahn abgelehnt.“

Unter anderem wohl auch deshalb, weil der VMS Kilometerpreise von 2003 zahlen wollte, wie es hinter vorgehaltener Hand heißt. Von einem „nicht auskömmlichen“ Angebot ist in Bahn-Kreisen die Rede.

Schiebt den "Schwarzen Peter" der Erzgebirgsbahn zu: VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus (59).
Schiebt den "Schwarzen Peter" der Erzgebirgsbahn zu: VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus (59).

Fotos: Uwe Meinhold, dpa


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