Schocker! So blutrünstig kehrt Horrorclown Pennywise in "Es Kapitel 2" zurück

Dresden - Nervenzerfetzend! Der mit großer Spannung erwartete Horrorfilm "Es Kapitel 2" läuft seit dem 5. September in den deutschen Kinos und setzt wie Teil eins auf blutige Ekelmomente.

Er versetzt die Kleinstadt Derry wieder in Angst: Der menschenfressende Horrorclown Pennywise (Bill Skarsgard) kehrt 27 Jahre nach den Geschehnissen von Teil eins zurück.
Er versetzt die Kleinstadt Derry wieder in Angst: Der menschenfressende Horrorclown Pennywise (Bill Skarsgard) kehrt 27 Jahre nach den Geschehnissen von Teil eins zurück.  © PR/Warner Bros

27 Jahre sind vergangen, seit der Klub der Loser den bösen Clown Pennywise besiegen konnte.

Seitdem sind die Freunde Bill Denbrough (James McAvoy), Beverly Marsh (Jessica Chastain), Richie Tozier (Billl Hader), Ben Hanscom (Jay Ryan), Eddie Kaspbrak (James Ransone) und Stanley Uris (Andy Bean) über die USA verteilt und haben keinen Kontakt mehr zueinander.

Doch als vier Halbstarke in Derry bei einem Volksfest zwei Homosexuelle verprügeln und einen davon in den reißenden Fluss werfen, taucht das mysteriöse Geschöpf mit den Reißzähnen wieder auf, rettet den Jungen erst - und frisst sich an seinem Fleisch satt, was sein entsetzter Freund von der anderen Uferseite mit ansehen muss.

Mike Hanlon (Isaiah Mustafa) ist der einzige, der die ganzen Jahre in Derry geblieben ist, nachgeforscht hat und die Zeichen der Zeit sofort erkennt, als er einen berüchtigten roten Ballon findet. Er ruft die Truppe von damals schnell zusammen, von denen alle fast vergessen haben, was vor knapp drei Jahrzehnten passierte.

Dennoch folgen sie alle seinem Ruf. Nach und nach kommt die Erinnerung zurück. Alle müssen sich auf ihre Weise ihrer Vergangenheit und ihren Ängsten stellen. Ihr Leben hängt davon ab. Denn sie haben es mit einem übermächtigen Gegner zu tun, der all ihre Schritte im Voraus zu kennen scheint...

Regisseur Andy Muschietti balanciert "Es Kapitel 2" besser aus

Der Loser-Klub trifft sich erstmals seit 27 Jahren wieder. Alle haben dabei viel Spaß.
Der Loser-Klub trifft sich erstmals seit 27 Jahren wieder. Alle haben dabei viel Spaß.  © PR/Warner Bros

Die Geschichte hat Regisseur Andy Muschietti ("Mama") sehr gut umgesetzt. In seinem 169 Minuten langen Epos gelingt es ihm, einen ausgewogenen Film zu erschaffen, der aber dennoch die ein oder andere kleine Länge hat.

Dennoch umgeht der Argentinier damit den größten Fehler des ersten Teils. Für den war er 2017 ebenfalls verantwortlich und konnte einen riesigen finanziellen Erfolg feiern: Bei einem Budget von 35 Millionen US-Dollar spielte er weltweit mehr als 700 Millionen Dollar wieder ein.

Deshalb war es wenig verwunderlich, dass der Horror-Spezialist auch die Verantwortung für das zweite Abenteuer von Pennywise übertragen bekam.

Glücklicherweise erweist sich Muschietti bezogen auf das Storytelling als lernfähig. Bis zu sieben Handlungsstränge verwebt er gekonnt miteinander und erschafft ein Genre-Werk, das eine bemerkenswerte Tiefe hat und Liebe für seine Figuren entwickelt.

Jeder Protagonist aus dem "Klub der Loser" bekommt eine eigene, nachvollziehbare und oft tragische Story spendiert, durch die das Publikum glaubhaft erfährt, wie sie zu den eigenwilligen Menschen wurden, die auf der Leinwand zu sehen sind.

Schockeffekte in "Es Kapitel 2" verpuffen

Bill Denbrough (James McAvoy) stellt sich Pennywise - ausgerechnet im "Fun House" auf einem Volksfest!
Bill Denbrough (James McAvoy) stellt sich Pennywise - ausgerechnet im "Fun House" auf einem Volksfest!  © PR/Warner Bros

Dennoch ist die Darstellung der Figuren genretypisch zwiespältig. Denn natürlich fallen sie alle auf die kleinste und vorhersehbarste Falle von Pennywise herein, laufen alleine in dunkle Räume voller Verstecke und verhalten sich auch davon abgesehen nicht gerade schlau, wenn es darauf ankommt.

Das steht in krassem Kontrast zum sonst oft reflektierten Verhalten außerhalb dieser Schocksequenzen, die allerdings ihre Wirkung in den meisten Fällen verfehlen.

Hier gelingt es Muschietti nämlich nicht, sich neu zu erfinden. Stattdessen setzt er auf genau dieselbe Art Horror wie in Teil eins.

Wer diesen als Vorbereitung gesehen hat und ein wenig Erfahrung mit dem Ablauf solcher Szenen hat, dürfte nur selten überrascht werden und sich erschrecken.

Zwar gibt es wieder viele eklige Momente und auch vieles, was bedrohlich erscheint, doch der ganz große Knall, den es in Teil eins noch mehrfach gab, bleibt hier aus. Trotzdem fesselt "Es 2", ist spannend, unterhaltsam, kurzweilig und kreiert dank des klugen Aufbaus eine nervenzerfetzende Atmosphäre.

Und der Film hat noch andere Stärken. Er ist für sein Genre erstaunlich intelligent und kommt somit deutlich näher an die Vorlage von Stephen King heran, auf dessen gleichnamiger Vorlage auch Part zwei beruht. Im Fokus steht der Umgang mit den eigenen Ängsten: Wie schafft man es, sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen, sich ihnen zu stellen und sie sogar zu besiegen? Diese Fragen beantwortet "Es Kapitel 2" für jeden Charakter individuell.

Bill Hader übertrumpft in "Es Kapitel 2" sogar Jessica Chastain und James McAvoy

Beverly Marsh (l., Jessica Chastain) muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Pennywise (Bill Skarsgard) schürt ihre Ängste. (Bildmontage)
Beverly Marsh (l., Jessica Chastain) muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Pennywise (Bill Skarsgard) schürt ihre Ängste. (Bildmontage)  © PR/Warner Bros

Das dieser Ansatz authentisch ist, liegt auch an der insgesamt starken Besetzung. Die jungen Schauspieler aus Teil eins treten allesamt wieder auf und wissen zu gefallen.

Diesmal jedoch stehen die erwachsenen Neuzugänge im Blickpunkt. Hier fällt besonders Bill Hader (TV-Serie "Barry") positiv auf. Der Comedian sorgt für auflockernde, perfekt getimte Witze, überzeugt aber auch in den ernsten Sequenzen und beeindruckt daher mit einer exzellenten Performance.

Doch auch die preisgekrönten Chastain ("Zero Dark Thirty") und McAvoy ("Split") schaffen es, das Publikum mitzureißen. Ransone ("Sinister") spielt annehmbar. Mustafa ("Shadowhunters: The Mortal Instruments") und Ryan (TV-Serie "Mary Kills People") fallen dagegen erkennbar ab.

Dank des überragenden Make-ups, Kostümdesigns, der suggestiven Kameraführung, der detailreich und vielfältig gestalteten Locations, der guten Musikuntermalung und Skarsgards angsteinflößender Leistung fasziniert auch Pennywise erneut. Als wäre das noch nicht genug, gibt es auch noch Cameos von zwei sehr prominenten Menschen.

Deshalb ist "Es Kapitel 2" ein überdurchschnittlicher Horrorfilm geworden, der mehrere interessante Geschichten zu erzählen hat, Wert auf seine Figuren legt und mit einer gelungenen Spannungskurve überzeugen kann. Die wenigen überraschenden Wendungen und funktionierenden Schockeffekte fallen allerdings eher negativ auf.

Titelfoto: PR/Warner Bros

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