Wartungsgondel an Sendeturm aus 50 Metern abgestürzt: drei Tote

Eschwege - Beim Absturz einer Wartungsgondel an einem Sendeturm in Nordhessen sind nach Angaben der Polizei die drei Insassen ums Leben gekommen.

Von diesem Funkmast stürzte die Gondel ab.
Von diesem Funkmast stürzte die Gondel ab.

Nach ersten Erkenntnissen stürzte die Gondel am Dienstag gegen 9.15 Uhr an der Sendeanlage "Hoher Meißner" aus rund 50 Metern ab. Die Ursache war zunächst unklar.

Das Amt für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel habe die Ermittlungen übernommen, teilte die Polizei weiter mit. Die Unglücksstelle sei abgesperrt worden.

Beim "Sender Hoher Meißner" handelt es sich um einen wichtigen Sendestandort des Hessischen Rundfunks.

Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders war eine Firma mit den Wartungs-Arbeiten beauftragt worden.

Der Hessische Rundfunk hatte Ende August mitgeteilt, dass an der Sendeanlage "Hoher Meißner" eine neue Antenne aufgebaut wird.

Die Arbeiten sollten bis Ende September andauern. Ob der Unfall damit zusammenhängt, war aber unklar.

Der Hohe Meißner ist ein Mittelgebirge, das gut 30 Kilometer südöstlich von Kassel im Werra-Meißner-Kreis liegt. Die Sendeanlage dort wurde 1955 vom Hessischen Rundfunk in Betrieb genommen, sie besteht aus mehreren Masten.

Betroffenheit beim Hessischen Rundfunk

Update, 11.31 Uhr: Der Hessische Rundfunk zeigte sich von dem Unglück betroffen.

"Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod der drei Arbeiter am Sender #HoherMeißner aufgenommen", twitterte er.

"Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen. Unsere Kollegen sind auf dem Weg zum Unglücksort. Sobald wir mehr Infos haben, werden wir sie veröffentlichen."

Technischer Defekt an Seilwinde Ursache für Absturz

Update 13.35 Uhr: Erste Erkenntnisse der Behörden deuten auf einen technischen Defekt an der Seilwinde als Ursache für den Absturz hin.

Das hätten die bisherigen Ermittlungen des Amtes für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel ergeben, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit.

Die Arbeiter in der Gondel hatten demnach versucht, sich von der Seite aus über gespannte Seile zu dem Sendemast im Werra-Meißner-Kreis hochzuziehen. Als sie in etwa 50 Meter Höhe waren, kam es zu dem Absturz. Dabei wurden die drei Insassen tödlich verletzt.

Unfallopfer der abgestürzten Wartungsgondel identifiziert

Update 16.30 Uhr: Die drei Opfer des tödlichen Unfalls mit einer Wartungsgondel an einem Sendemast in Nordhessen waren nach Angaben der Polizei zwischen 27 und 50 Jahre alt. Die Männer hatten für eine Berliner Firma gearbeitet.

Es handele sich um einen 50-Jährigen aus dem bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau, einen 46-Jährigen aus Karlsruhe und einen 27-Jährigen aus Dülmen in Nordrhein-Westfalen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Am Sender "Hoher Meißner" ist das Unglück passiert.
Am Sender "Hoher Meißner" ist das Unglück passiert.  © Screenshot: Google Maps
Die Unglücksstelle rund um den Funkmast ist weiterhin großräumig abgesperrt.
Die Unglücksstelle rund um den Funkmast ist weiterhin großräumig abgesperrt.  © DPA

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